Beinahe Halbzeit in Saison 1 nach der Ligenreform im bayerischen Tischtennis. Und Gelegenheit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.Wie wirkt sich die neue Zusammensetzung der Spielklassen aus?

"Wir sind eigentlich ganz zufrieden - abgesehen von den langen Auswärtsfahrten. Die Verbandsliga Nordost ist ziemlich ausgeglichen, die Mannschaften auf einem ähnlichen Niveau. Wir fühlen uns wohl", sagt zum Beispiel Ingrid Straub vom Frauenteam der SpVgg Zeckern. Ins gleiche Horn stößt Georg Dorsch, Abteilungsleiter beim SC Adelsdorf. "Es ist eine schöne Abwechslung, einfach mal gegen andere Gegner zu spielen. Das ist eine Bereicherung. Und es hat sich als Irrtum herausgestellt, dass die oberfränkischen Teams etwas schwächer sein könnten. Die Spielqualität hat nicht gelitten."

Abstieg wäre kein Beinbruch

Die Adelsdorfer Teams seien gut in der neuen Ligenstruktur angekommen, einziges Sorgenkind ist die erste Herrenmannschaft. "Wenn wir immer in Bestbesetzung auflaufen könnten, würde es zum Klassenerhalt reichen. Aber wir haben immer wieder mit Ausfällen zu kämpfen, die wir nicht auffangen können, schaffen es hier und da nicht, unser Potenzial auszuschöpfen und stoßen deshalb spielerisch aktuell an unsere Grenzen", analysiert Dorsch.

Die Spieler wollen die Landesliga naturgemäß halten, für ihn dagegen wäre ein Abstieg kein Beinbruch. "Für den Klassenerhalt bräuchten wir wohl Verstärkung von außen, aus den eigenen Reihen fehlt aktuell der Rückenwind. Wir wollen künftig wieder mehr auf Jugendarbeit setzten, die ist in der Vergangenheit zu kurz gekommen. Aber es braucht Zeit, etwas aufzubauen", erklärt der Abteilungsleiter, der den Nachbarn in Zeckern als Vorbild nennt.

Für den SCA gelte es, das richtige Verhältnis zwischen Nachhaltigkeit und sportlicher Attraktivität zu finden. Laut Dorsch eine Herausforderung, da Tischtennis ein Nischendasein friste. Dennoch will der Verein sich der Situation stellen und zunächst vor der Haustür um Nachwuchs werben. Potenzial ist in Adelsdorf vorhanden, allein das Neubaugebiet mit 580 weiteren Wohneinheiten dürfte einige mögliche Nachwuchskräfte in den Ort bringen.

Frauen, Verbandsliga Nordost: SpVgg Zeckern - SV Neusorg 2:8

Nahezu in Bestbesetzung war gegen den Tabellenführer nichts zu holen, der sich auch die eindreiviertelstündige Anfahrt nicht anmerken ließ. Ingrid Straub und Frauke Langer waren gegen das Spitzenpersonal der Gäste zunächst chancenlos, wobei Langer in der zweiten Einzelrunde nach 0:2 gegen Philipp noch den fünften Satz erzwang und diesen auch erfolgreich gestaltete. Für den zweiten Ehrenpunkt bei dieser durchaus erwartbaren Niederlage sorgte Karoline Holmer.

"Bei diesem Spiel war von vorneherein klar, dass es sehr schwer würden werden. Ärgerlich ist dagegen, dass uns am Kombispieltag zuvor, an dem auf jeden Fall etwas drin gewesen wäre, die Grippewelle erwischt hat. Trotzdem sind wir auch nach der vierten Niederlage in Folge der Meinung, dass wir in dieser Liga sehr gut aufgehoben sind, mitspielen können und in der Rückrunde die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen werden", sagt Mannschaftsführerin Straub. Ein bis drei Pünktchen könnten es schon am kommenden Samstag werden, wenn die Zeckenerinnen zum nächsten Kombi-Spieltag wieder im Coburger Land gastieren. Resultate: Straub/Langer - Philipp/Todoli 0:3, Holmer/Bort - Zangmeister/Pöhlmann 0:3, Straub - Philipp 0:3, Langer - Zangmeister 0:3, Holmer - Pöhlmann 3:1, Bort - Todoli 0:3, Straub - Zangmeister 0:3, Langer - Philipp 3:2, Holmer - Todoli 0:3, Bort - Pöhlmann 0:3

Männer, Landesliga Ostnordost: SC Adelsdorf - 1. FC Eschenau 3:9

Starker Beginn der Hausherren, die in den Doppeln eine 2:1-Führung herausspielten und in Person ihrer Nummer 1, Jürgen Zöbelein, im ersten Einzel gleich nachlegten. Danach jedoch spielte der Favorit seine ganze Klasse aus, fertigte die Gastgeber in gleich fünf Partien glatt in drei Sätzen ab und bewies auch über die volle Distanz Nervenstärke. Markus Nagel und Patrick Müller warfen in der zweiten Einzelrunde zwar noch einmal alles in die Waagschale, mussten jeweils im fünften Satz jedoch die Stärke ihrer Gegner anerkennen.

Resultate: Zöbelein/Nagel - Möslein/Beyer 3:0, Müller/Krumbeck - Trummer/Kliemt 3:2, Willert/Bräun - Kirchner/Hadzik 0:3, Zöbelein - Trummer 3:1, Nagel - Möslien 0:3, Müller - Hadzik 0:3, Krumbeck - Kirchner 0:3, Willert - Beyer 2:3, Bräun - Kliemt 0:3, Zöbelein - Möslein 0:3, Nagel - Trummer 2:3, Müller - Kirchner 2:3

Männer, Bezirksliga 1 Nordwest: SpVgg Zeckern - SpVgg Effeltrich IV 2:9

Gegen den Tabellenzweiten war kein Kraut gewachsen, obwohl die Hausherren mit zwei Doppelerfolgen starteten. Danach nahm das Schicksal seinen Lauf. Philipp Nüßlein erzwang gegen Johannes Rauchmann einen fünften Satz, in dem der Effeltricher den längeren Atem hatte. Alexander Körner verließen nach einer 2:1-Führung gegen Jürgen Weninger die Kräfte. Die anderen Zeckerner kämpften redlich, mussten sich jedoch recht deutlich beugen.

Resultate: Hellmann/Ruppert - Rauchmann/Lassner 3:1, Nüßlein/Krumbeck - Heindl/Weninger 3:2, Hildel/Körner - Weineck/Potenz 0:3, Nüßlein - Rauchmann 2:3, Hellmann - Heindl 0:3, Hildel - Weineck 1:3, Ruppert - Lassner 1:3, Körner - Weninger 2:3, Krumbeck - Potenz 0:3, Nüßlein - Heindl 1:3, Hellmann - Rauchmann 0:3