Spendenaktion in Eckental: Ärzte geben Familienvater nur noch wenig Zeit
Autor: Isabel Schaffner
Eckental, Dienstag, 06. Oktober 2026
Fred Bergers Ärzte sagen ihm bestenfalls noch fünf weitere Jahre voraus. Auch seine Frau ist krank. Nun will ein Freund der Eckentaler Familie helfen.
Zum dritten Mal hat Fred Berger aus Eckental der Brustkrebs heimgesucht. Bei seiner ersten Diagnose 2014 war seine Tochter erst zwei Monate alt – eine schwere und aufwühlende Zeit, wie er sich im Gespräch mit inFranken.de erinnert. Er besiegte den Krebs, doch bekam ihn 2017 erneut. Nach intensiven Behandlungen galt er später wieder als krebsfrei, bis er im April 2026 eine Entdeckung an der rechten Brust machte.
Die Krankheit sei wieder da und habe gestreut, wie er erfahren musste. Der 59-Jährige habe unheilbare Metastasen in den Organen, im Schädel, in Knochen und Weichteilen. "Ich habe noch ein bis drei Jahre, bestenfalls vier bis fünf, je nach Behandlungserfolg", erklärt er. Damit falle der ehemalige Autoverkäufer als Hauptverdiener weg – und auf dem Eigenheim liege eine beachtliche Restschuld.
Kranke Eltern aus Eckental müssen aus Berufen aussteigen – Freund mit Aufruf
"Sechs Mal die Woche acht bis zehn Stunden arbeiten kann ich nicht mehr", gibt Berger zu. Seit Juni 2026 erhalte er Krankengeld. Zu allem Übel könne auch seine Frau ihrem Beruf, handwerklich an Autos zu arbeiten, nicht mehr nachgehen. Wegen eines Unfalls an der Hand, könne sie diese nur noch eingeschränkt nutzen. Auch sie erhalte bereits seit einem Jahr Krankengeld, erklärt ihr Mann. Der Einstieg in einen neuen Beruf falle aktuell mit einem Reha-Angebot der Krankenkasse zusammen und verzögere sich dadurch.
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Die Gehaltseinbußen fallen unglücklicherweise mit der Abbezahlung einer Restschuld für das Haus der Familie zusammen. "Wir wohnen hier seit 2011 und es sollte 2031 abbezahlt sein, wenn ich in Rente gegangen wäre. Unsere Tochter soll es später bekommen", so Berger. "Aber jetzt wurden unsere schönen Pläne zunichtegemacht."
Darüberhinaus stünden der Familie laut seiner Rechnung mit der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung 2027 monatlich 600 Euro weniger zur Verfügung. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz bringt unter anderem höhere Kosten für Medikamente mit sich.
Familienvater half selbst kranken Kindern
Aktuell läuft eine Spendenkampagne (hier könnt ihr spenden) für Berger, aufgesetzt von einem Freund, der dessen Leidenschaft für die Rockband Motörhead teilt. Drei Mal 40.000 Euro müssten hier idealerweise zusammenkommen.
"Wir stecken alles in das Haus. Jeder Euro zählt", so der 59‑Jährige. Lange engagiere er sich selbst für kranke Kinder, gibt er zum Schluss im Gespräch an. "Ich bin seit 30 Jahren beim Toyrun Erlangen und seit vier Jahren beim Toyrun Bamberg dabei. Ich weiß, wovon die Eltern sprechen."