Sonja Koenigk will in Höchstadt Grünen-Ortsverband gründen
Autor: Yannick Hupfer
Höchstadt a. d. Aisch, Sonntag, 09. Dezember 2018
Die Lehrerin setzt sich für mehr Umweltbewusstsein in Höchstadt ein. Im Januar findet die Gründungsversammlung eines Grünen-Ortsverbands statt.
"Es gibt keinen Planeten B", so lautete die Wahlkampfkampagne der Grünen in diesem Jahr. Der Slogan hat Sonja Koenigk mitgenommen, sie berührt. Denn, so sagt sie, er ist wahr.
Als sie vor einiger Zeit eine Ausstellung in Island besuchte, die sich mit Plastikmüll beschäftigte, war sie entsetzt: "Wie können wir Menschen so mit unserem Planeten umgehen?", fragte sich die Lehrerin, die am Gymnasium Höchstadt unterrichtet. In der Folge gründete sie eine Kunst AG an ihrer Schule, die sich mit dem Thema auseinandersetzt. So sollten die Schüler im Aischgrund auf die Suche nach Plastik gehen, das am Wegrand oder auf den Feldern liegt. Anschließend haben die Jugendlichen den Müll zusammengetragen und machen nun ein Kunstwerk daraus, um andere auf dieses Problem aufmerksam zu machen.
Ein gesteigertes Umweltbewusstsein ist am Gymnasium Höchstadt aber vorhanden: Bei der U-18-Wahl erreichten die Grünen in diesem Jahr 24,7 Prozent der Stimmen. Als dann auch noch Grünen-Spitzenpolitiker Cem Özdemir in Röttenbach zu Gast war, war Sonja Koenigk überzeugt. "Ich habe mich da sofort wohlgefühlt", sagt sie. Deshalb will sie nun eine Grünen-Ortsgruppe in Höchstadt gründen. Am 14. Januar findet im Töpfla in Höchstadt die Gründungsversammlung statt. Doch Koenigk hat jetzt schon reichlich Ideen, damit die Stadt umweltbewusster wird.
Unverpackt-Laden
"Man muss Ökologie und Ökonomie zusammenbringen", erklärt die Lehrerin. Wirtschaft sei wichtig, allerdings müsse die Politik immer auch schauen, genügend Ausgleichsflächen zu schaffen. Der Leerstand in der Innenstadt dürfe dabei nicht von Dauer sein. "Man muss Geschäfte in die Innenstadt kriegen, die die Leute einladen zu flanieren", sagt sie und könne sich unter anderem einen Unverpackt-Laden vorstellen, bei dem alle Lebensmittel ohne Verpackung auskommen. Eigene Behälter bringt der Kunde dann von zuhause mit.
Vorhandene Flächen nutzen
Aber auch mehr Bekleidungsgeschäfte und Obst- und Gemüseläden seien wichtig, damit die Innenstadt wieder floriert. Ein Nachteil sei allerdings die Parksituation, weshalb sie sich eine Tiefgarage vorstellen könnte. Generell möchte sie aber vorhandene Flächen mehr nutzen - so wie das alte Edeka-Gelände: "Wo sind Leerstände und was kann man daraus machen?", fragt sich die Kunstlehrerin.
Vor allem aber die Verschmutzung der Umwelt liegt Sonja Koenigk am Herzen. "Der Kampf gegen den Klimawandel wächst in den Köpfen, aber es reicht noch nicht." Sie möchte nun in Höchstadt neue Impulse setzen, die Diskussion über Umweltprobleme weiter vorantreiben. "Auseinandersetzung und Diskurs machen die Demokratie aus", sagt Koenigk. Deshalb habe sie auch keine Angst vor Anfeindungen, möchte viel mehr sachlich mit Fakten kontern.
Unterstützung bekommt sie bei ihrem Vorhaben von "Menschen, die bereits Erfahrung in der Politik haben". Genaue Namen wollte sie aber noch nicht nennen, immerhin ist die Gründungsversammlung ja auch erst im Januar.