Mit etlichen Tüten bepackt, belädt eine Ordensschwester ihr Auto. "Alles Schokolade und Süßigkeiten für Nikolaus", entschuldigt sie sich beim Parkenden auf dem Nachbarplatz. Rappelvoll ist schon am Vormittag der Parkplatz vor den Outlets an der Autobahnausfahrt Höchstadt-Ost.

Mehr Geschäfte als geplant

"Es entwickelt sich super", sagt auch Gremsdorfs Bürgermeister Waldemar Kleetz (CSU). Kleetz weist dabei auf das "jüngste Kind" im südlichen Bereich des Gewerbegebiets. Dort haben sich die Firmen Schießer, Manz-Fortuna und Simclan Vetono zu einer gemeinsamen Verkaufstätte für Damenmode, Schuhe und Wäschewaren zusammen geschlossen.
Waren ursprünglich sechs Ladenräume und ein Schnell-Restaurant in einer Reihe gegenüber der Tankstelle angeordnet, sind inzwischen noch weitere dazugekommen, wie die Schokoladenmarke Gubor. Sie hat für ihren "Lagerverkauf" einen Pavillon im freien Eck errichtet.

 Günstigeres Angebot soll mehr Kunden locken

"Wir sehen hier eine Chance, mit unsere Marke vertreten zu sein", nennt Stephanie Gerwig aus der Marketingabteilung als Motiv für die Niederlassung. "Wir sind eher selten im lokalen Einzelhandel, nur in gut sortierten Fachgeschäften vertreten." In Gremsdorf, so ist sie überzeugt, bietet die Firmengruppe, zu der neben der Hauptmarke Gubor noch der Saisonwarenhersteller Friedel und Rübezahl-Schokoladen gehören, ein "günstigeres Angebot". Das sind einmal "gewichtige" Bruchbeutel, schlicht nach Gewicht verpackte Schokolade und auch andere Süßwaren. Daneben wird auch ein Teil der hochwertig verpackten Produkte angeboten. Und je nach Saison Nikoläuse und Osterhasen und alles, was es an Süßem zu den Feiertagen auf dem Markt gibt.

Regionalität soll wieder mehr im Vordergrund stehen

Auf die Präsenz in der Region kam es der Martin-Bauer-Gruppe an, als sie 2003 ihren dritten Greuther Teeladen in Gremsdorf einrichtete. Die anderen sind am Firmensitz in Vestenbergsgreuth und in Fürth - früher im, heute gleich am Stadion."Wir sind kein Direktverkauf im klassischen Sinn", sagt Leiter Michael Raabe. Auslöser für die Geschäftssparte Teeläden war schon in den 80er Jahren die Kundennachfrage.
Vorrangig sind natürlich die eigenen Produkte vertreten. "Die Teeläden geben auch eigene Mischungsaufträge ans Haupthaus", erklärt Raabe. Und die kann man gern in der Teestube probieren. Ergänzt wird das Angebot durch Produkte von Firmen, mit denen die Martin-Bauer-Gruppe zusammenarbeitet, und Teetrinkbedarf sowie Cerealien und Nahrungsergänzung.
"Wir wollen mehr regional werden", ergänzt Raabe. Auf der einen Seite. Deshalb habe man beispielsweise Marmelade aus Ebermannstadt aufgenommen.

Auf der anderen Seite stehen die Kunden aus der ganzen Republik.Sie haben irgendwann bei einem Zwischenstopp den Teeladen entdeckt und wurden dann Versandkunden.
Fabrikverkauf - das verbindet man mit rein funktionaler Einrichtung mit schlichten Regalen und wenig Service durch Personal. So ist das bei keinem der Outlets in Gremsdorf. Der Grad der Annäherung an die gängige Ladenpräsentation ist schon unterschiedlich, aber unübersehbar.

"Testgeschäft" im Outlet um Kundenresonanz zu prüfen

So nennt der Trikotagenhersteller Trigema seine Niederlassung "Testgeschäft". "Weil wir dort direkt sehen können, ob unsere Kollektion bei den Kunden ankommt. Durch unsere Produktion in Deutschland können wir so natürlich auch schnell Änderungen vornehmen oder und auf Kunden-Vorschläge eingehen", erläutert Nicole Thomann das Konzept. Und noch ein Unterschied ist ihr wichtig: "In unseren Testgeschäften wird die aktuelle Kollektion zum Original-Fabrikpreis angeboten, bei herkömmlichen Outlet-Centern wird meistens Ware aus vorherigen Saisons angeboten."

Outlets in Gremsdorf
Oberbekleidung: Trigema, Gerry Weber, s. Oliver, Simclan Vetono
Schuhe: Manz Fortuna, Naot
Wäsche: Trigema, Schießer
Bett- und Tischwäsche: Estella
Tee: Greuther Teeladen
Schokolade: Gubor