Schaeffler eröffnet Hightech-Werk – und verweist auf Novum in Firmengeschichte
Autor: Ralf Welz
Herzogenaurach, Mittwoch, 21. Oktober 2026
Schaeffler hat ein neues Hightech-Werk eröffnet. In Sachen Produktion setzt die Fabrik neue Maßstäbe. Etwas Vergleichbares gab es im weltweiten Netzwerk des Traditionsunternehmens bisher nicht.
Die Schaeffler AG hat im chinesischen Taicang eine neue Fertigungsstätte für humanoide Robotik eröffnet. Das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach bezeichnet den Standort in einer Firmenmitteilung als "Lighthouse Factory". Auf rund 7500 Quadratmetern sind eine Montagelinie, ein Trainings- und Datenerfassungszentrum, eine Plattform für digitale Zwillinge und ein Rechenzentrum untergebracht.
Nach Angaben des fränkischen Automobil- und Industriezulieferers deckt der Standort den gesamten Prozess ab, von der Erprobung einzelner Roboterfähigkeiten bis zur Anwendung in der Fertigung. Der Leitgedanke sei dabei "Humanoide fertigen Humanoide": Humanoide Roboter montieren zentrale Gelenkmodule, darunter Aktuatoren für die nächste Generation humanoider Roboter.
Schaeffler nimmt in China hochmoderne Fabrik in Betrieb – Roboter bauen Roboter
Bei humanoiden Robotern handelt es sich um Maschinen, die in Körperbau und Bewegung dem Menschen nachempfunden sind – typischerweise mit Kopf, Rumpf, zwei Armen und zwei Beinen. Sie sollen Aufgaben in menschlich gestalteten Umgebungen übernehmen, etwa in Fabriken, im Service oder in der Pflege. Mit seiner "Lighthouse Factory" in China beginnt Schaeffler nach eigenen Angaben die Serienfertigung dieser Komponenten. Kunden und Partner können dort zudem physische KI-Systeme unter industriellen Bedingungen trainieren und testen.
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Zuletzt hatte der fränkische Autozulieferer derweil einen schweren Rückschlag verzeichnet: CEO Klaus Rosenfeld begründete dies vor allem mit schwächer als erwarteten Geschäften europäischer Hersteller in China.
Zentrales Element im Standort in Taicang ist eine von Schaeffler entwickelte Montagelinie für Schlüsselkomponenten humanoider Roboter, darunter lineare und rotative Aktuatoren. An fünf Stationen arbeiten sechs Humanoide zusammen: Sie stellen Bauteile bereit, sortieren, montieren, prüfen, kennzeichnen und verpacken. Ein digitaler Zwilling bildet die Linie virtuell ab und Sensoren erfassen Montagegenauigkeit, Arbeitsschrittdauer, Energieverbrauch und Anlagenzustand. Änderungen lassen sich so zuerst digital testen, bevor sie in die reale Produktion gehen. Laut Unternehmensangaben verkürzt das die Entwicklungszeiten und stabilisiert den Produktionsprozess.
"Schaffen etwas, das es im globalen Netzwerk von Schaeffler bisher nicht gab"
Im Trainings- und Datenerfassungszentrum werden humanoide Roboter für industrielle Tätigkeiten geschult. Dazu zählen die Sichtprüfung von Bauteilen, das Verpacken, der Materialtransport, das Bewegen von Behältern, die Teilemontage und das Nachfüllen von Material an Produktionslinien. Die Trainingsumgebungen orientieren sich laut Schaeffler an den Bedingungen in den rund 100 Produktionswerken des Konzerns. Erlernte Fähigkeiten lassen sich an der Montagelinie überprüfen. Daten aus Training, Simulation und Produktion werden verknüpft, um die Leistung der Roboter fortlaufend zu verbessern.
Ein neues Schaeffler-Produkt weckt derweil Zukunftsfantasien: Für den Standort Hirschaid könnte die Robo-Komponente eine Chance sein (Plus-Angebot).