Schaeffler erlebt herbe Enttäuschung – es geht um 240 Millionen Euro
Autor: Daniel Krüger, Agentur dpa
Herzogenaurach, Mittwoch, 14. Oktober 2026
Der fränkische Autozulieferer Schaeffler musste einen schweren Rückschlag verbuchen. Nun vollzieht der Konzern eine Kehrtwende.
Der Autozulieferer Schaeffler hat für das dritte Quartal 2026 vorläufige Geschäftszahlen vorgelegt. Das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach berichtet, dass es sich in einem "herausfordernden Umfeld" insgesamt stabil gehalten habe. Der Umsatz betrug demnach in den ersten neun Monaten 17,5 Milliarden Euro und lag damit leicht unter dem des Vorjahres. Mit einem geschätzten Vermögen von fast zwölf Milliarden Euro haben es Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler auch wieder auf einen Top-Platz im Ranking der reichsten Franken geschafft.
Probleme gab es in der Sparte E-Mobilität, in der Schaeffler hohe einmalige Sonderkosten in Höhe von rund 240 Millionen Euro verbuchte. CEO Klaus Rosenfeld erklärte die Entscheidung hauptsächlich mit schwächer als prognostizierten Geschäften mit europäischen Herstellern auf dem chinesischen Markt. "Wir wollen bei der E-Mobilität in China in Zukunft vor allem auch mit chinesischen Herstellern wachsen", sagte er im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.
Chinesen meiden deutsche Autos – Schaeffler zieht jetzt die Konsequenzen
In letzter Zeit wurde zunehmend deutlich, dass chinesische Kunden Autos aus Europa meiden und vermehrt auf die Angebote lokaler Hersteller setzen. Trotzdem blieb das Geschäft mit Elektroantrieben in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres das einzige Wachstumsfeld unter den vier traditionellen Schaeffler-Sparten. Die Umsätze erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Milliarden auf 3,9 Milliarden Euro.
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Das ertragreiche Schaeffler-Segment im Bereich der Instandhaltung von Antrieben (Lifetime Solutions) stagnierte in den ersten drei Quartalen, ebenso wie das Industriesegment, beispielsweise mit Bauteilen für die Windenergie. Das Geschäft mit traditionellen Antrieben für Verbrennungsmotoren verzeichnete einen Rückgang - die Erlöse sanken von 6,7 auf 6,3 Milliarden Euro. Derzeit fährt der Autozulieferer ein Freiwilligenprogramm für hohen Stellenabbau - mit einem Angebot, das überraschend viele Beschäftigte annehmen.
Dagegen lief das Geschäft mit humanoiden Robotern nach Unternehmensangaben besser. In diesem Bereich stiegen die Aufträge auf etwa 400 Millionen Euro. Laut dem Vorstandsvorsitzenden Klaus Rosenfeld hat Schaeffler Maßnahmen ergriffen, um Risiken zu verringern und Kosten zu senken. An der Prognose für das laufende Jahr und den Zielen für die kommenden Jahre hält das Unternehmen fest. Abschließende Zahlen will Schaeffler Anfang November veröffentlichen. Weitere Nachrichten aus dem Kreis Erlangen-Höchstadt gibt es im Lokalressort.