Norma plant, seinen Betrieb in Röttenbach weiter zu optimieren, und beantragte vor diesem Hintergrund eine Änderung der Betriebszeiten auf einen 24-Stunden-Rhythmus. Konkret soll also ein Arbeiten rund um die Uhr möglich werden. Marc Saalfrank aus der Expansionsleitung von Norma erläuterte das Vorhaben im wegen der Corona-Krise einberufenen Ferienausschuss der Gemeinde.

Vom Norma-Zentrallager in Röttenbach ausgehender Lärm beschäftigt seit Jahresanfang immer wieder die Behörden. Eine Gruppe Anwohner hatte Unterschriften gesammelt, es gab Gesprächsrunden und erste Messungen. Konkrete Ergebnisse und Entscheidungen liegen aber bislang immer noch nicht vor.

Offiziell genehmigt ist bisher eine Nutzung von 6 bis 22 Uhr, das Landratsamt duldet aber bereits längere Ladetätigkeit unter Auflagen.

Bei der Nutzungsänderung gehe es in den Nachtstunden hauptsächlich um den Betrieb innerhalb des Lagers, erläuterte Saalfrank. Beladetätigkeit im Außenbereich sei nur bis 0.30 Uhr und morgens ab 5.30 Uhr angestrebt. Hierbei geht es laut Norma um "die äußerst zeitkritische Belieferung mit Frischware", wodurch man in besonderem Zugzwang sei.

"Wir versuchen auch aktuell, bis 23 Uhr die Ladetätigkeit abzuschließen, es gelingt nur leider nicht immer", so Saalfrank. Er versprach, zumindest die Arbeiten in den Nachtstunden auf die von der Wohnbebauung abgewandte Seite zu verlagern. Umbauten am Gebäude oder eine Vergrößerung des Betriebsgeländes seien nicht geplant.

Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) zeigte sich dem Antrag gegenüber aufgeschlossen, so lange die immissionsrechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Eine unabhängige Messung im Auftrag der Gemeinde hatte keine Überschreitung der Grenzwerte festgestellt.

Bei einer Begehung mit einem Sachverständigen für Lärmschutzwände gab es einen Austausch über mögliche Verbesserungen der Situation. Der Experte regte an, die Außenwände der Lagerhalle mit schallschluckenden Lärmschutzmatten zu verkleiden. Norma erprobt zudem eine neuartige Beschichtung für die Ladebrücken der Lkw.

Mittlerweile hat das Unternehmen auch selbst eine Lärm-Messung durchführen lassen und die Ergebnisse an das Landratsamt übermittelt. Beim Landratsamt liegt letztendlich die Entscheidungsgewalt über die geplante Nutzungsänderung.

Unter Vorbehalt

Der Ferienausschuss erteilte daher die Genehmigung der Nutzu

ngsänderung unter der Auflage, dass öffentliche Belange, besonders die Anforderungen des Immissionsschutzes, dem Vorhaben nicht entgegenstehen.

Lediglich Horst Bittel (SPD) stimmte gegen diesen Antrag. Er gab zu bedenken, dass man bei der derzeitigen Regelung bleiben sollte, falls die Arbeiten in der Regel bis 23 Uhr abgeschlossen seien.

Ohne Not sollten hier keine so weitreichenden Ausweitungen, wie ein 24-Stunden-Betrieb, zugelassen werden, findet Bittel.