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Maske: lästig, aber notwendig


Autor: Theresa Schiffl

Höchstadt a. d. Aisch, Montag, 27. April 2020

In Deutschland hat man bisher meist nur asiatische Touristen mit Mund-Nasen-Masken gesehen. Seit gestern herrscht ein anderes Bild: Am Montag durften die Läden in Bayern wieder öffnen - und der Schutz wurde Pflicht für alle.
Josée Spénard-Kuhlow ist froh, dass sie ihr Geschäft wieder aufmachen durfte. Sie verkauft neben Unterwäsche in ihrem Geschäft auch Schutzmasken. Der Erlös wird in die Corona-Forschung investiert.  Fotos: Theresa Schiffl


Seit gestern ist es amtlich: In Läden und im öffentlichen Nahverkehr muss jeder einen Nase-Mund-Schutz tragen, nur für Kinder unter sechs Jahren ist er keine Pflicht.

Draußen in den Straßen Höchstadts sah man am ersten Tag der Maskenpflicht jedenfalls verhältnismäßig wenige "verhüllte" Menschen. In den Geschäften war das Bild jedoch ein anderes. Kein Wunder, denn eine Missachtung der Regel wird teuer: Bis zu 150 Euro kostet es, wenn man ohne Maske ein Geschäft oder den Bus betritt.

Ansturm hält sich noch in Grenzen

Bisher hält sich der Ansturm auf die Geschäfte, die seit gestern teilweise wieder geöffnet haben, jedoch in Grenzen, wie mehrere Verkäufer in Höchstadt berichten. Einige Kunden waren zwar da, aber sie hätten sich eher etwas zaghaft umgeschaut. "Ich glaube, die Leute müssen sich erst wieder daran gewöhnen, dass sie einkaufen dürfen", meint Verkäuferin Nicole Jakob aus der Boutique Laafee. Die Maske stört sie etwas - und sicherer fühle sie sich dadurch nicht unbedingt. "Aber es ist nun einmal Pflicht, also muss man sich daran halten. Aber ich finde sie lästig. Gerade weil die Brille immer so stark anläuft."

Da haben es die Kunden besser, sie dürfen den Schutz absetzen, sobald sie einen Laden wieder verlassen. So sieht man in der Innenstadt auch höchstens ein paar ältere Menschen ständig eine Maske tragen.

Josée Spénard-Kuhlow, ist Inhaberin des Dessous-Geschäfts "klein & fein" und sie verkauft neuerdings Masken. Der Erlös investiert sie in einen guten Zweck: "Das Geld wird dann für die Corona-Forschung gespendet, damit hoffentlich schnell ein Impfstoff entwickelt werden kann."

Auch sie fühlt sich durch die Maske nicht wirklich sicherer. Aber immerhin hindere sie daran, sich ständig ins Gesicht zu fassen - und das sei dann ja doch ein ganz guter Nebeneffekt. Kunden waren gestern auch bei ihr noch nicht viele. Auch keine Stammkunden. "Die Unterwäsche, die ich verkaufe, ist sehr hochwertig und hält deswegen auch länger. Daher bin ich auf Neukunden angewiesen."

Natürlich hat auch die Bücherstube gestern wieder geöffnet und durfte sich schon über einige Leseratten freuen. Neben Büchern werden zudem auch hier Schutzmasken verkauft. "Zwei gute Kundinnen haben unsere eigenen genäht und auch noch welche, die wir verkaufen können", sagt Inhaberin Elke Reitmayer. Ob sie sich jetzt sicherer fühlt? "Ich habe noch nie Angst vor dem Coronavirus gehabt. Deswegen fühle ich mich jetzt mit Mundschutz nicht mehr und nicht weniger sicher als vorher."

Im Aischpark-Center herrscht aufgrund der vielen Geschäfte durchaus mehr Trubel als in der Innenstadt. Einen Mundschutz tragen am ersten Tag der Maskenpflicht tatsächlich alle Menschen - zumindest, sobald sie ein Geschäft betreten. Die Höchstadter verhalten sich also vorbildlich. Und auch wenn es für Kunden wie Geschäftsleute noch ungewohnt ist - dieser Anblick wird uns sicher noch eine Weile erhalten bleiben.