Martinikirchweih in Herzogenaurach: Die Kälte einfach weggewärmt
Autor: Richard Sänger
Herzogenaurach, Sonntag, 06. November 2016
Die kalte Kirchweih heißt nicht umsonst so, aber das Wetter war am Wochenende auch das einzig ungastliche in der Herzogenauracher Innenstadt.
Die Martini-Kerwa, auch kalte Kerwa genannt, machte ihrem Namen alle Ehre. Der Wunsch der Schausteller und die Prognose von Bürgermeister German Hacker auf ein trockenes Wetter erfüllten sich nur zum Teil.
Dabei war der Auftakt am Freitag vielversprechend, Familien und Kirchweihbesucher bummelten durch die Innenstadt. Das Entenangeln, das Karussell vor der Brauereigaststätte Heller und die Schiffschaukel waren heiß begehrt und die etwas Größeren tobten sich im Auto-Skooter aus. Dazu zogen verführerische und verlockende Düfte durch die Hauptstraße und neben der Herzo-Bar drängten sich die Hungrigen.
Allerdings steht und fällt das Schausteller-Geschäft an der Martini-Kerwa mit dem Wetter. "Im Sommer kann jeder feiern", hieß es am Samstagnachmittag bei Nieselregen.
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Der Bürgermeister empfahl ganz einfach das Wetter zu ignorieren, diesem Rat folgten jedenfalls die Kinder, die sich auch von Regentropfen nicht abhalten ließen. Schließlich ließ sich beim Entenangeln und den Fahrgeschäften das bisschen Kälte "wegwärmen" und auch der Glühwein sorgte für ein zeitweiliges Aufwärmen. Außerdem lockten auch die Lokale mit Fränkischer Gastlichkeit.
Die Kinder gaben keine Ruhe
"Eigentlich wollten wir in der warmen Stube bleiben, aber die beiden Kinder gaben keine Ruhe, außerdem hatten sie vom Opa noch Chips, also fügten wir und ins Unvermeidliche", erzählte Christian Romer schmunzelnd und schützte seine Frau Gaby mit dem Regenschirm.
"Es ist überhaupt nicht schlimm, wir haben doch Kapuzen auf", erklärte die siebenjährige Kira und ihre fünfjährige Schwester Sophie nickt eifrig mit dem Kopf dazu.So wie der Familie Romer schien es auch anderen Familien zu gehen, die mit Regenschirm und Kindern unterwegs waren. Schließlich lockte auch der verkaufsoffene Sonntag und damit ist die Kerwa aber noch nicht zu Ende. Am Montag sind die städtischen Dienststellen geschlossen. Denn die Martini-Kerwa ist die eigentliche Herzogenauracher Kirchweih. Früher war der Kirchweihmontag in Herzogenaurach schon nahezu ein heiliger Tag, Da hatten auch die Firmen geschlossen. "Das waren halt noch Zeiten", seufzte der eine oder andere. Dennoch hat sich das Feiern am Montag bis heute bewahrt. Während sich die Mitarbeiter der Stadt im Vereinshaus treffen, zieht es die Liebhaber der fränkischen Kirchweih in die Wirtshäuser, wie in die Brauereigaststätte Heller oder in den Roten Ochsen.
Ein weiterer Höhepunkt der Martini-Feierlichkeiten findet am Montag in den Abendstunden statt. Um 17 Uhr startet auf dem Kirchenplatz der alljährliche Martinsumzug statt, bei dem Heilige Sankt Martin mit seinem Schimmel vorausreitet. Am Ende treffen sich alle wieder auf dem Kirchenplatz um die gute Tat des Heiligen Martins bei einem Spiel mitzuerleben.