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Kulturfestival startet mit prominentem Gast


Autor: Pascale Ferry

Herzogenaurach, Freitag, 27. Sept. 2019

Suzanne von Borsody verlieh zum Auftakt von "hin&herzo" der mexikanischen Malerin Frieda Kahlo eine Stimme.
Suzanne von Borsody las aus der Korrespondenz Frieda Kahlos.     Foto: Pascale Ferry


Das Kulturfestival "hin&herzo" startete am Donnerstagabend mit einem Auftritt der Extraklasse: Die bekannte Schauspielerin Suzanne von Borsody führte in einer Konzertlesung in das Leben der mexikanischen Malerin und Ikone Frieda Kahlo ein, musikalisch begleitet vom "Trio Azul".

Das Vereinshaus war komplett belegt - überwiegend von Frauen. Bürgermeister German Hacker (SPD), der mit dem Abend das Festival eröffnete, war vermutlich keine Ausnahme unter den Herren, als er humorvoll und freimütig zugab: "Kahlo kannte ich bis zu den Vorbereitungen auf dieses Festival noch nicht."

Dabei ist Kahlo Kult. 1907 in Mexiko geboren, war sie im Alter von 18 Jahren in einen Busunfall verwickelt. Eine Stange durchbohrte ihr Becken, verletzte ihren Unterleib, zertrümmerte ihren Fuß. Die Folgen des Unfalls, über 30 Operationen, ständige Schmerzen, ein Stahlkorsett und Fehlgeburten, prägten ihr Leben und ihr Werk.

Mit der Malerei begann sie aus purer Langeweile während der Rekonvaleszenz. Selbstbewusst zeigte sie Diego Rivera, einem 20 Jahre älteren, erfolgreichen Murales-Maler ihre Bilder, und die beiden wurden ein Paar. Die Ehe blieb kinderlos, und Rivera hielt von Treue nichts. Den Schmerz darüber verarbeite Kahlo in drastischen Bildern mit viel Blut, Föten und Organen. Bekannter ist sie jedoch für ihre Selbstporträts, auf traditionelle mexikanische Art gekleidet und frisiert, Blumen im Haar, mit fast zusammengewachsenen Augenbrauen und deutlichem Damenbart.

Mit Blumen im hochgesteckten Haar trat auch Suzanne von Borsody auf, geschmückt mit schweren Armreifen und Ringen und einem roten Schultertuch. Sie las aus der Korrespondenz Frieda Kahlos und verlieh der jungen, frisch verliebten Gymnasiastin, der nach dem Busunfall schwer Verletzten, der schwangeren, besorgten Ehefrau, der bitteren, mit ihrer eigenen Schwester betrogenen Frau ihre Stimme und ihre Gestik. "Trio Azul", bestehend aus Percussion, Gitarre und Kontrabass, spiegelte die jeweilige Stimmung musikalisch. Die Besucher zeigten sich begeistert sowohl von der Lesung als auch vom fein abgestimmten Zusammenspiel zwischen von Borsody und "Trio Azul".

Das zweite Herzogenauracher Kulturfestival mit dem Motto "Fantasie" bietet noch bis Sonntagabend Musik, Ausstellungen, Lichtinstallationen, Mitmachaktionen und Theater. Im Kulturpavillon finden am heutigen Samstag um 14 und 16.30 Uhr Theateraufführungen für Kinder statt. Und am Sonntagabend laden zum Beispiel die preisgekrönten "Moving Shadows" ins Vereinshaus ein. Das detaillierte Programm gibt es unter www.hinundherzo.de.