Kleine Baustelle, große Wirkung: Herzogenauracher Nadelöhr gesperrt
Autor: Bernhard Panzer
Herzogenaurach, Freitag, 05. August 2016
Schon im Stadtnorden werden die Autofahrer gewarnt, dass in der Innenstadt ein Nadelöhr dicht ist: Die Reytherstraße ist gesperrt.
Bereits hoch droben im Stadtnorden steht die erste Warnbake mit einem Hinweisschild. An der Kreuzung der Bamberger Straße zur Ringstraße wird der Autofahrer aufmerksam gemacht, dass er nur in die Stadt hinab fahren darf, wenn er Anlieger ist. Und dann auch nur bis zur Baustelle. Eine Umleitung über die Ringstraße wird angeboten. Aber der Autofahrer will ja nach unten.
Wenn er nun weiterfährt, mit einem gewissen Stirnrunzeln vielleicht, sieht er erst gar nichts von einer Baustelle. Wie auch, die ist ja viel weiter drunten gelegen, direkt am Tor der Hauptstraße, einen guten Kilometer entfernt. Und dann erreicht der skeptische ortsfremde Fahrer, und auch der Herzogenauracher, dem die kurze, vor einiger Zeit veröffentlichte Pressemitteilung vielleicht gerade nicht in Erinnerung ist, die nächste Bake.
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Die steht drunten am Konsumgebäude, an der Einmündung zur Hinteren Gasse.
Sicherlich wird sich da bereits das nächste Fragezeichen auftun: Jetzt führt ein Umleitungsschild in die Hintere Gasse in Richtung Vereinshaus, also raus aus dem betroffenen Bereich. Wieso aber eine Umleitung, wenn doch eigentlich nur Anlieger da reindürfen. Immerhin erfährt der Verkehrsteilnehmer jetzt, dass die Baustelle in der Reytherstraße liegt und diese zur Sackgasse geworden ist.
Und dann erkennt der Ortskundige den Grund, weshalb man schon so weit draußen auf eine Baustelle aufmerksam macht, die letztlich nur ein kleines Loch ist und nur eine kleine Gasse betrifft. Denn diese ist schlicht ein Nadelöhr. Wer da versehentlich rein fährt, kommt nicht mehr weiter und bleibt stecken oder muss auf engem Raum wenden. Für Lastwagen wäre das allerdings ein Unding.
Genau das wollen Stadt und Kreis vermeiden.
Dass der Verkehr dann doch bis ganz hinab rollt, und dann nichts mehr geht in der gesperrten Sackgasse. "Wenn man drin ist, ist man drin", formuliert es Thomas Nehr vom Bauamt der Stadt und bezieht sich auf eine diesbezügliche Erfahrung. Auch ein Lkw sei da schon mal stecken geblieben. Es habe auch schon Anfragen unmutiger Bürger gegeben. "Muss das denn sein, kommt man überhaupt nicht mehr in die Stadt?", lautete der Tenor der Fragen. Schließlich sei ja auch die Innenstadt-Meile an der Schütt Großbaustelle und für den Durchgangsverkehr gesperrt. Und wer vor der Reytherstraße umdrehen muss und in die Stadt möchte, muss schon längere Umwege in Kauf nehmen.
Bis zum 12. August
Das Hallertürlein, die nächste Engstelle nebenan, in umgekehrter Fahrtrichtung zu öffnen, das hält Nehr für nicht geschickt. "Da muss man sich erst dran gewöhnen", sagt er.
"Man hat ja dann wieder eine Engstelle." Also hoffen die Verantwortlichen, dass diese vorübergehende Sperrung ohne großen Folgen bleiben wird. Bis zum 12. August, also noch die kommende Woche, müssen die Autofahrer damit zurecht kommen. Erforderlich wurde die Baustelle wegen der Verlegung eines Hausanschlusses weiter unten in der Hauptstraße, nach dem Ende der Reytherstraße. Das hängt wiederum mit dem Abbruch des Glaspavillons am Ende der Ritzgasse zusammen. Die Stadt hat die Arbeiten extra in die Ferienzeit gelegt, um schon von daher eine gewisse Entspannung zu erreichen. Denn für gewöhnlich wird dieses Nadelöhr, obwohl dort Schrittgeschwindigkeit herrscht und alles sehr eng zugeht, schon gern genommen. "Das nutzen schon viele Fahrer im Berufsverkehr", sagt Nehr. Aber auch die können die vielen Schilder und Baken nicht übersehen. Manchmal muss es halt ein bisschen mehr sein.