Katzen vor Tierheim Erlangen ausgesetzt - "Wer seid ihr?"
Autor: Sara Loesenbeck
Erlangen, Samstag, 11. April 2026
Vor dem Tierheim Erlangen wurden zwei Katzen ausgesetzt. Für die Tierpfleger kein Einzelfall, sondern ein wiederkehrendes Problem, das die Tiere schwer belastet.
Immer wieder werden Tiere vor deutschen Tierheimen ausgesetzt. Allein und ohne Informationen zu ihrer Herkunft - zuletzt erneut in Erlangen. Am Donnerstag (9. April 2026) fand man zwei Kater direkt vor dem Tierheim.
Für die Tierschützer bleiben im Anschluss viele Fragen offen. Ein Austausch mit den Besitzern blieb aus. Dabei sei genau das so wichtig für die Tiere, wie Tierpflegerin Antonia Grieshaber im Gespräch mit inFranken.de erklärt.
Katzen vor Erlanger Tierheim: Mangelnde Infos können ihnen schaden
"Wer seid ihr? Wieso wurdet ihr vor unserem Tierheim ausgesetzt?", heißt es in einem Beitrag des Tierheims Erlangen im Netz. "Brauchen die Tiere Medikamente? Sind die Tiere geimpft oder entwurmt? Haben die Tiere bisher nur in der Wohnung gelebt?" All das sind Fragen, auf die die Tierschützer momentan keine Antworten haben.
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Und genau diese fehlenden Informationen können Folgen für die Tiere haben. "Zum Beispiel wenn die Tiere eine chronische Erkrankung, wie etwa eine Niereninsuffizienz haben. Dann brauchen die Tiere ein spezielles Futter, gegebenenfalls auch Medikamente", erklärt Grieshaber. "Bis wir überhaupt auf den Trichter kommen, dass da etwas nicht stimmt, dauert es eine Weile. Also, da sprechen wir von einem Monat, in dem das Tier Medikamente hätte bekommen können."
Nur wenn die Tiere direkt an die Pfleger ordnungsgemäß übergeben werden, können diese richtig versorgt werden. "Wenn sie schon geimpft sind, geben wir jetzt unnötig noch eine Impfung hinterher", so die Tierpflegerin. Gleiches gelte für die Wurmkur. Auch die beiden Kater müssen zunächst medizinisch untersucht und an ihre neue Umgebung gewöhnt werden. Erst dann stehen sie zur Vermittlung aus.
"Man findet eigentlich immer eine Lösung": Tierschützer wünschen sich ehrlichen Austausch
Gerade Katzen und Kleintiere werden besonders häufig vor den Türen der Tierheime ausgesetzt, berichtet Grieshaber. "Das ist aber auch dem geschuldet, dass wir eben im Katzenbereich die größte Bewegung haben," erklärt sie. "Die größte Zahl der Fundtiere betrifft immer die Katzen." Auch andernorts kommt es immer wieder zu ähnlichen Fällen. Im Tierheim Hof wurden kürzlich ebenfalls zwei Katzen vor der Eingangstür der Einrichtung ausgesetzt.
Für Notsituationen oder veränderte Lebensumstände der Halter habe man grundsätzlich Verständnis, betont Grieshaber. "Wir wissen alle, es kann zu einer Notsituation kommen, es können sich Lebensumstände verändern. Wir reißen da niemandem den Kopf ab", sagt die Tierpflegerin. "Aber es wäre wichtig, dass wir wenigstens Informationen zu den Tieren hätten."