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Isek Herzogenaurach 2030plus: Die Bürger sind gefragt


Autor: Bernhard Panzer

Herzogenaurach, Mittwoch, 10. Januar 2018

Die Stadt erarbeitet ein Entwicklungskonzept , wie Herzogenaurach 2030 und darüber hinaus sein soll. Ein Schwerpunkt ist der Dialog mit der Bevölkerung.
Beispiel für  einen  Anreiz: Die Stadt hat die westliche Hauptstraße  einladend gepflastert und gestaltet und ein privater Investor hat eine alte Scheune (rechts)  saniert und zu einem Schmuckstück gestaltet.  Solche Möglichkeiten gäbe es noch viele in der Altstadt, auch in unmittelbarer Nachbarschaft dieses Objekts. Bernhard Panzer


Wie soll sich Herzogenaurach bis ins Jahr 2030 und darüber hinaus entwickeln? Wo kann welcher Wohnraum entstehen, wo ist Grün sinnvoll, welche Flächen können verschönert werden, was macht der Verkehr, wo sollen parkende Autos hin? Das sind nur ein paar wenige von einem ganzen Katalog an möglichen Fragen, die die Stadtverwaltung und vor allem aber auch die Bürger in den kommenden Wochen beschäftigen.

Im Fokus der Betrachtung stehen da vor allem die Innenstadt und erweiterte Altstadt. Es geht um das "Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek), dessen Findungsprozess jetzt beginnt und von einem Büro aus Leipzig koordiniert wird. Vor allem aber sind die Bürger gefragt, ihre Ideen einzubringen und ihre Meinung zu sagen. Das geschieht in mehreren Veranstaltungen. Die Ergebnisse fließen dann in den Prozess ein, dessen Ziel es ist, das genannte Entwicklungskonzept zu erstellen. Und das ist dann wiederum die Basis für künftige städtebaulichen Planungen und öffnet Zuschusstöpfe für Privatleute.

"Das Isek stellt eines der zentralen Planungsinstrumente für die Entwicklung unserer Stadt dar", sagte Bürgermeister German Hacker (SPD) im Pressegespräch. Wichtig sei es nun, "eine stimmige Vision von dem zu erarbeiten, was und wie Herzogenaurach im Jahr 2030 und darüber hinaus sein soll." Und da setzt nun ein "dialogorientierter Prozess" an. Das bedeutet, dass den Bürgern, aber auch wichtigen weiteren Akteuren der Stadtentwicklung, wie vor allem Einzelhändler und Gastronomen, die Gelegenheit gegeben wird, sich aktiv einzubringen.

Geschehen soll das in drei Bereichen. Den Auftakt macht ein öffentliches Forum zur Information, dann folgt die Ideensammlung in einem extra dafür eingerichteten improvisierten Amt und den Abschluss bilden öffentliche Denkwerkstätten mit Diskussion über die konzeptionelle Ausrichtung der Stadt (siehe unten stehend). Wichtig: Es geht nicht darum, dass bestehende Beschlüsse in Frage gestellt werden, wie Planungsamtsleiterin Anja Wettstein und Stadtmarketings-Beauftragte Judith Jochmann feststellten. Vielmehr sei der Istzustand die Grundlage für die weitergehende Konzeptentwicklung.

Freilich hat die Stadtverwaltung die Entwicklung der Stadt schon jetzt im Blick. Seit 2012 gibt es beispielsweise das Fitnessprojekt Innenstadt. Der jetzige Prozess baue darauf auf, sagte Wettstein, und bilde gewissermaßen ein informelles Planungsinstrument. Und: "Wir müssen nicht komplett neu anfangen. Es gibt ja schon viele Prozesse für die Innenstadt." Und dennoch sei ein "Blick von außen" wichtig, wie Hacker ergänzte. Insgesamt lässt sich die Stadt das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept etwa 90 000 Euro kosten.


Vom "Pop-Up-Amt" bis zur Denkwerkstatt

Das "Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) bindet die Öffentlichkeit ein. Es gibt drei Veranstaltungsbereiche.


Erstes öffentliches Forum

Den Startschuss bildet das erste öffentliche Forum am Donnerstag, 25. Januar, ab 19 Uhr im Jugendhaus rabatz (Erlanger Straße 56a). In dieser ersten Veranstaltung geht es sowohl um die Vorstellung der Inhalte und Methodik des Isek Herzogenaurach 2030plus als auch um die Darstellung und Diskussion von ersten Erkenntnissen und Thesen zur Stadtentwicklung.


"Ideen-Amt"

Die Stadtverwaltung wird gemeinsam mit dem beauftragten Planungsbüro ein "Ideen-Amt" in der Hauptstraße 45 (ehemals Wein & Fein bzw. Turmkämmerla) am Freitag, 26., Samstag, 27., und Montag, 29. Januar, jeweils von 9 bis 190 Uhr, betreiben. In diesem Zeitraum können die Bürger ihre Ideen für die Entwicklung der Altstadt und erweiterten Innenstadt einbringen. Dafür liegen ab Freitag, 19. Januar, sogenannte "Ideen-Zettel" in den Läden der Altstadt sowie in öffentlichen Einrichtungen der Stadt aus.

Daneben können sich alle Interessierten im "Ideen-Amt" oder auch "Pop-Up-Amt", wie es Marketingchefin Judith Jochmann bezeichnete, über den Stand der im bisherigen Isek-Prozess erarbeiteten Analysen informieren. Zudem möchte die Stadtverwaltung im Rahmen eines Mitmach-Angebotes ein Meinungsbild zur Situation und Perspektive der Altstadt und erweiterten Innenstadt erfragen. Über das genaue Programm der drei Tage wird im aktuellen Amtsblatt und auf der Internetseite der Stadt Herzogenaurach (www.herzogenaurach.de/isek) informiert.


Öffentliche Denkwerkstätten

Die im Zuge des "Ideen-Amtes" gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die gemeinsame Arbeit in zwei öffentlichen Denkwerkstätten. Diese Beteiligungsformate werden am Donnerstag, 22. Februar, und Dienstag, 6. März, jeweils um 19 Uhr im Jugendhaus rabatz stattfinden. Im Zuge dessen wird mit den Bürgern über die konzeptionelle Ausrichtung der Altstadt- und erweiterten Innenstadtentwicklung diskutiert. Zudem möchte sich die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Einwohnern über Ideen zu Maßnahmen und Projekten austauschen.


Infos im Internet

Alle Interessierten sind zur Mitwirkung eingeladen. Eine Anmeldung zum öffentlichen Forum und zum Besuch des "Ideen-Amtes" ist nicht erforderlich. Für eine Teilnahme an den beiden öffentlichen Denkwerkstätten wird um eine kurze Anmeldung (per E-Mail bis Freitag, 16. Februar, an isek@herzogenaurach.de oder telefonisch unter 09132 / 901-244) gebeten.
Weitere Informationen zum Isek Herzogenaurach 2030 Plus gibt es auf der Internetseite der Stadt unter www.herzogenaurach.de/isek.