Berufstätige Eltern haben in der Regel weit weniger Urlaub und freie Tage, als ihre Schulkinder Ferien haben. Vor diesem Hintergrund stehen viele Eltern mehrmals im Jahr vor der Frage: Wer passt in der schulfreien Zeit auf die Kinder auf? Monika und Markus Rieger aus dem Höchstadter Ortsteil Sterpersdorf sehen sich im kommenden Jahr auch vor dieser Frage und ergreifen jetzt die Initiative, um eine Antwort zu finden.

"Ein Feriencamp für Höchstadt wäre die Lösung", sagen die Riegers unisono. Sie stellen sich eine Einrichtung vor, die in den Schulferien aktiv wird und in Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung, Kindergärten, Schulen und Kirchen den Betreuungsbedarf deckt. Monika Rieger: "Wir sind überzeugt, dass es in Höchstadt einen solchen Betreuungsbedarf gibt."

Ihre siebenjährige Tochter Anna wird in den Schulferien derzeit noch im Paul-Gerhard-Kindergarten in Höchstadt-Süd betreut.
Jetzt hat der Kindergarten den Eltern allerdings mitgeteilt, dass dies im kommenden Jahr nicht mehr möglich sein wird.

Hortkinder haben Vorrang

Weil Annas Mutter Monika nur halbtags arbeitet, nutzt sie die vom Kindergarten angebotene Schulkindbetreuung nur in den Ferien. Nachdem der Kindergarten jetzt seine Kapazitätsgrenzen erreicht, bekommen die Kinder bei der Ferienbetreuung Vorrang, die das ganze Jahr über den Hort besuchen. Kinder wie Anna haben das Nachsehen.

Wie viele solcher Schulkinder es in Höchstadt gibt, die in den Ferien noch betreut werden müssten, wollen die Riegers nun über eine Unterschriftenaktion herausbekommen. Bis Ende August liegen Listen im Paul-Gerhardt-Kindergarten in der Gablonzer Straße und im Eiscafé Carlo in der Hauptstraße aus. Auch in einem extra Internet-Forum können sich Interessierte unter "feriencamp-hoechstadt.blogspot.de" melden oder eine E-Mail schreiben an rieger.m@gmx.net.

Eltern würden bezahlen

Ganz bewusst starten die Riegers ihre Aktion jetzt kurz vor den Sommerferien. "Denn schon bald wird die Betreuungssituation für viele Eltern wieder akut", sagt Markus Rieger. Glück hat, wer beim Durchorganisieren der Sommerferien Großeltern, Freunde und Nachbarn mit einbinden kann. Für die, die das nicht können, würde das gewünschte Feriencamp helfen. Ideal wäre für Monika Rieger ein Hort in der Schule: "Eine große, konfessionsunabhängige Lösung." Dafür würden die Eltern auch bezahlen.

Mit ihrer Elterninitiative wollen die Sterpersdorfer dem Höchstadter Bürgermeister Gerald Brehm (JL) deutlich machen, dass sie mit ihrem Wunsch nicht alleine dastehen.

Bürgermeister Brehm hält den Vorschlag der Riegers für eine "interessante Idee", die er mit den Initiatoren besprechen will, wenn sie ihre Unterschriftenaktion abgeschlossen haben.

"Die Kinder müssten auch pädagogisch betreut werden", sagt Brehm und könnte sich vorstellen, neben Kindergärten und Schulen auch den Kinderschutzbund, die Eltern-Kind-Gruppe Rumpelstilzchen und den Verein Mehr Platz für Kinder in die Organisation einer solchen Ferienbetreuung mit einzubeziehen. Und weil die Kinder von heute die Jugendlichen von morgen sind, wäre das für ihn eine Aufgabe, an der sich auch die Mitarbeiter des Jugendzentrums beteiligen sollten.