Heimatverein darf den Nepomuk nicht putzen
Autor: Redaktion
Herzogenaurach, Donnerstag, 17. August 2017
Achtlos fahren die Autofahrer in der Innenstadt an der Statue des Heiligen Nepomuk vorbei. Der hat inzwischen Patina angesetzt.
Wo gibt es in der Herzogenauracher Innenstadt den Nepomuk, den manche nur als den Brückenheiligen in Süddeutschland und den ehemaligen habsburgischen (österreichischen) Kronlanden kennen?
An der Engstelle zwischen Marktplatz und Steinweg gegenüber der Apotheke am Markt und neben dem ehemaligen Uhrengeschäft Daigfuß schaut eine Heiligenfigur verzweifelt dem täglichen Verkehrschaos zu. Aber ein Brückenheiliger in der Innenstadt? So lautet die berechtigte Frage.
Vom Ruß befreien
Nun, im Barockzeitalter (18. Jahrhundert) erfreute sich Johannes von Pomuk (das Wort von heißt im tschechischen "ne") großer Beliebtheit. Und weil oberhalb der Bäckerei Römmelt einst der innere Stadtgraben vom Schlossgraben abzweigte und die Stadt in Richtung Fehnturm umschloss, konnten Fuhrwerke und Fußgänger nur hier trockenen Fußes im Schutz des Brückenheiligen in Richtung Bamberger Straße gelangen. Der Heimatverein bemüht sich seit vielen Jahren, Denkmäler in der Stadt restaurieren zu lassen. Der kreuztragende Christus am Eingang zum Kirchenbezirk, der heilige Sebastian an der Stirnseite der Marienkapelle, der Ölberg an der Pfarrkirche sind Beispiele für die Aktivitäten im Rahmen der satzungsgemäßen Aufgaben des Vereins. Da die Statue im Laufe der Jahre durch Kamin- und Autoabgase erheblich "nachgedunkelt" ist, wollte der Heimatverein die Statue säubern lassen. Herzogenaurachs Bildhauer und Steinmetz Hans Gast, der zusammen mit seinem Vater die Statue 1960 geschaffen hat, hatte sich bereiterklärt, den Heiligen von seinem Schmutzfilm zu befreien.
Patina schützt die Statue
Der Verein hatte bei der Stadt den notwendigen Antrag zur Restaurierung gestellt. Die Stadt hatte ordnungsgemäß das Ersuchen an die zuständige Denkmalbehörde in Schloss Seehof/Bamberg informiert, die einen Vertreter an die Aurach geschickt hat. Selbiger kam, inspizierte den Heiligen und kam zu dem Entschluss: "Die Statue des Heiligen Nepomuk enthält eine natürliche Patina, die nicht entfernt werden muss!" So war´s und so ist es und deswegen bleibt der heilige Nepomuk weiterhin ein "schwarzer Mann".Und der Heimatverein hofft, dass sich die Kinder vor diesem nicht fürchten, wenn sie an ihm vorbeigehen!