Imagekampagnen, Gewinnmaximierung, Börsenspekulationen, Reichtum, Gewalt, Geld.
Das alles sind Worte, die am Anfang von Meike Föckerspergers sechsminütigem Kurzfilm "Let Love Live" zu hören sind. Gesprochen werden sie von einem Manager, einem Broker, einem Dealer und einem Fundamentalisten. Wo bleibt da das Menschliche, mag sich der ein oder andere vielleicht fragen.

Und genau das war die Grundidee hinter dem Film. Die Idee und das Drehbuch stammen von Janos Hübschmann. Der Höchstadter ist an ALS (Amyotropher Lateralsklerose) erkrankt, die ihn zu körperlicher Bewegungsunfähigkeit zwingt. Kommunizieren kann er nur über einen augengesteuerten Computer. Dadurch hat er eine ganz andere Sicht auf die Welt gewonnen und diese in seinem Buch "Liebe!" verarbeitet. Er plädiert darin für eine liebevollere Lebensweise.

Diese spielt auch im Musikclip "Let Love Live" eine entscheidende Rolle. Denn nachdem die vier Schauspieler am Anfang mit ihren vielen leeren Worten aus dem Bild verschwunden sind, tauchen einige Kinder auf, die vor dem Fernseher sitzen. Dort sind Bilder zu sehen, die schreckliche Dinge wie Massentierhaltung, Gewalt, Krieg und Schmerz zeigen. Die Kinder halten sich die Augen zu, während eine Melodie im Hintergrund beginnt.

Es ist das Lied "Let Love Live", geschrieben für Janos Hübschmann vom Musikpädagogen Andreas Hönsch und gesungen von der 13-jährigen Lea Gromhaus und weiteren Schülern der RPJ Musikschule in Höchstadt. Hübschmann selbst kam auf die Idee, einen passenden Videoclip zu dem emotionalen Lied zu produzieren.
Im Videoclip selbst wollen die Kinder, nachdem sie all diese schlimmen Bilder im Fernsehen gesehen haben, auch in der Realität etwas ändern. Sie packen Buttons und einige Ausgaben des Buches "Liebe!" in ihre Rucksäcke und verteilen sie an die vier Männer aus der Anfangsszene.


Männer fangen an zu lächeln

Das Bild wechselt an dieser Stelle von schwarz-weiß zu farbig und die Kinder zaubern den vier Männern ein Lächeln ins Gesicht. Das soll ihre Art darstellen, die "schlechten" Menschen auf der Welt zu liebevolleren Menschen zu machen.

Die Grundidee, einen Musikclip für eine liebevollere Welt zu produzieren, hatte jedoch erst einmal nichts mit dem Mittelfränkischen Jugendfilmfestival, das in diesem Jahr Mitte März im Cinecittà in Nürnberg stattfand, zu tun. Erst als Hübschmann davon im Internet las, wurde beschlossen, mit dem Kurzfilm am Festival teilzunehmen.
"Es ist immer wieder Wahnsinn, wie viel Arbeit tatsächlich hinter einem sechsminütigen Film steckt", sagt Meike Föckersperger, die die Regie übernommen hat. Obwohl der Dreh selbst nur einen Tag in Anspruch nahm, stand danach noch die etwa viertägige Post-Bearbeitung an.

Gelohnt hat es sich aber in jedem Fall, auch wenn der Kurzfilm mit keinem Preis beim Mittelfränkischen Jugendfilmfestival ausgezeichnet worden ist. "Die Filmproduktion war an sich schon eine Bereicherung für mich, in jedem Falle", erzählt Föckersperger. "Und als unser Film dann auf der Kinoleinwand gezeigt wurde, war das schon ein emotionaler Moment - gerade, weil unser Thema ja so emotional ist."

Hintergrund
Schauspieler: Lea Gromhaus, Lydia Franke, Janos Hübschmann, Patrick Hübschmann, Elmar Gerner, Roland Förster, Dietmar Paulini, Michael Zeh

Idee und Drehbuch: Janos Hübschmann

Musik: Andreas Hönsch
Kamera: Carolin Huber
Regie und Schnitt: Meike Föckersperger

Den Film gibt es hier zu sehen: www.liebe-movement.de