"Ich brenne richtig", sagt die neue Vorsitzende des Eis- und Schwimmsport-Clubs Höchstadt (ESC), wenn sie in die Zukunft ihres Vereins blickt. Die 36-jährige Nadja Müller hat im Dezember vergangenen Jahres die Nachfolge von Norbert Luckner angetreten und möchte frischen Wind in den ESC Höchstadt bringen.

Das hat sie in den vergangenen Jahren schon als Verantwortliche der Abteilung Eiskunstlauf und als Zweite Vorsitzende getan. Nadja Müller ist ein echtes ESC-Eigengewächs. Schon mit fünf kam sie in den Verein und entpuppte sich schnell als Eiskunstlauf-Talent. Zum Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere war sie 1996 und 1997 mit der Revue "Holliday on Ice" weltweit unterwegs.
Bis 2008 trainierte sie dann in Nürnberg.

Eisgala mit 1000 Zuschauern

Als in ihrem Heimatverein in Höchstadt der Eiskunstlauf vor dem Aus stand, ließ sie sich überzeugen, wieder einzusteigen und gegen die damals schlechte Stimmung und die Schließung der Abteilung anzukämpfen. Heute zählen die Eiskunstläufer im ESC über 200 Aktive. Sechs bis sieben "große Mädels" - 20 Jahre und älter - engagieren sich als Trainerinnen und werden von 27 Betreuerinnen unterstützt. Highlight der Eiskunstläufer war erst kürzlich wieder die Eisgala vor über 1000 Zuschauern.

Als Norbert Luckner in der letzten Hauptversammlung nicht mehr kandidierte, ließ sich Nadja Müller überzeugen, den Vorsitz in dem rund 600 Mitglieder zählenden Verein zu übernehmen. Voraussetzung war allerdings, dass die erst 21-jährige Lisa Noack als Stellvertreterin mitarbeitet. Damit habe man im Verein für die nächsten zehn bis 15 Jahre kein Generationenproblem, sagt Müller.

Die Kunstläufer sind zwar die größte Sparte im ESC, verzichten aber darauf, Wettkampfläufer anzumelden. Die müssten fünf bis sechs Mal in der Woche trainieren und wer nicht als Kleinkind anfängt, schaffe es ohnehin nicht mehr bis zur Europameisterschaft, meint die Expertin auf den Kufen.

Rund 15 Synchronschwimmerinnen hat Abteilungsleiterin und Trainerin Katharina Lang in ihrem Team, das einmal im Jahr bei den Bayerischen Jugendmeisterschaften startet. Sechs bis acht ist hier das ideale Alter für den Einstieg, trainiert wird samstags von 10 bis 13 Uhr im Hallenbad.

Lieber im Roten Meer - heuer wieder im Herbst - als im Schwimmbad tummeln sich die Tauchsportler des ESC. Die über 60 Taucher unter der Leitung von Tjark Meyer pflegen im Verein die Geselligkeit und das Vereinsheim.
In Bayern einige Jahre Spitze waren die Eishockey-Damen des ESC. Sie haben in der abgelaufenen Saison nicht am Spielbetrieb der Landesliga teilgenommen, wollen aber in der Saison 14/15 wieder starten.

Vorsitzende Müller möchte "in allen Belangen dran bleiben" und auch das Wettkampfschwimmen im ESC wieder aufleben lassen.

Umzug mit Macht verhindern

Dabei hoffen sie und vor allem die Vereinsmitglieder, dass Nadja Müllers Ehemann bald eine Anstellung als Gymnasiallehrer für Wirtschaft, Informatik und Geografie in der Region findet. Sollte dies nicht gelingen, droht der Familie mit ihren zwei Kindern ein Wohnortwechsel und dem ESC der Verlust einer engagierten Vorsitzenden. Das möchte aber nicht nur Nadja Müller mit Macht verhindern.