Ein Jahr Leben wir schon mit der Corona-Pandemie. Das brachte ein Jahr mit sich, in dem die Menschheit viel über das SARS-CoV-2 gelernt hat– und das Virus viel über die Menschen. Denn mittlerweile dominiert die sogenannte britische Variante B1.1.7 das Infektionsgeschehen in Deutschland, teilt die Friedrich-Alexander-Universität mit.

"Wir beobachten diese Entwicklung sehr genau, da diese Variante deutlich ansteckender ist als andere Mutanten", sagt Prof. Dr. Holger Hackstein, Leiter der Transfusionsmedizinischen und Hämostaseologischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen. "Aber auch wir haben dazugelernt und können nun auf unseren Erfahrungen und Erkenntnissen aufbauen. Hier in Erlangen arbeiten wir seit einem Jahr intensiv an einer Immunplasmatherapie."

Ärzte und Wissenschaftler rufen Mutanten-Infizierte zur Blutspende auf

Die Ärzte und Wissenschaftler rufen deshalb ehemalige Corona-Patienten, denen ein schriftlicher Nachweis vorliegt, dass sie mit einer Virusvariante infiziert waren, dazu auf, sich unter der E-Mail-Adresse tr-covid19@uk-erlangen.de zu melden.

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"Wir waren überwältigt von der immensen Zahl der ehemaligen Corona-Patienten, die sich uns nach unserem ersten Aufrufen als Spender angeboten haben", berichtet Prof. Hackstein. "Da erste Anwendungen des Immunplasmas bereits positiv verliefen und wir aktuell eine klinische Prüfung dieser Therapie durchführen, reaktivieren wir den Aufruf und bitten ausdrücklich darum, dass sich ehemalige Corona-Patienten mit nachgewiesener Virusvariante bei uns melden." Prof. Hackstein und sein Team gehen davon aus, dass die inzwischen genesenen Menschen mit ihrer Blutplasma-Spende den Krankheitsverlauf von schwer kranken COVID-19-Patienten verbessern können.

Hintergrund ist, dass der Körper nach einer COVID-19-Erkrankung spezifische Antikörper gegen das Virus gebildet hat. Die Transfusionsmedizin des Uni-Klinikums Erlangen möchte diese Antikörper aus dem Blut der ehemaligen Erkrankten gewinnen und das Blutplasma schwer erkrankten COVID-19-Patienten geben. So kann sich deren Immunsystem besser gegen das Virus wehren.

Das sind die Voraussetzungen für potenzielle Spender:

Wichtig ist der schriftliche Nachweis einer Infektion mit einer Virusmutation oder Virusvariante (z. B. B1.1.7 oder andere). Interessierte müssen zudem seit mindestens zwei Wochen von ihrer COVID-19-Erkrankung genesen sein und einen negativen SARS-CoV-2-PCR-Befund erhalten haben. Außerdem benötigen die Mitarbeitenden der Transfusionsmedizin einen Hinweis, ob noch eine häusliche Quarantäne angeordnet ist und eine Telefonnummer für die erste Kontaktaufnahme. Im Rahmen dieses Telefonats wird geklärt, ob und wann eine spezielle Plasma-Spende infrage kommt.

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