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Erlanger E-Werk: Heftige Kritik an Veranstaltern von Faschings-Event


Autor: Manuel Dietz

Erlangen, Donnerstag, 19. Februar 2026

Die Kostüm-Hinweise des Erlanger E-Werks haben an Fasching zu heftiger Kritik im Netz geführt. Eine Sprecherin bezieht gegenüber inFranken.de nun Stellung.
Im Vorfeld des Karibikfaschings im E-Werk kam es in einer Erlanger Facebook-Gruppe zu heftiger Kritik. Die Veranstalter bitten ihre Gäste, bei ihrer Verkleidung unter anderem auf rassistische Kostüme zu verzichten.              


Seit vielen Jahren gilt der Karibikfasching im E-Werk als eines der beliebtesten Faschingsevents in Erlangen. Im Vorfeld der diesjährigen Ausgabe am vergangenen Samstag (14. Februar 2026) hatten die auf der Webseite des Kulturzentrums aufgeführten "Hinweise zum Thema Kostümierungen" jedoch im Netz für Unverständnis gesorgt.

In einer lokalen Facebook-Gruppe übten einige Nutzer mitunter heftige Kritik an der Bitte des E-Werks, wonach Besucher bei ihrer Verkleidung auf Blackfacing, Kriegsverherrlichung und Waffen sowie auf rassistische und kolonialistische Kostüme und "unangemessene Nacktheit" verzichten sollen.              

Karibikfasching: Erlanger E-Werk verteidigt Kostümierungs-"Empfehlungen"

"Ihr habt sie ja nicht mehr alle", "mir fehlen die Worte für soviel Schwachsinn" oder "die haben doch schwer einen an der Waffel", ist in der Kommentarspalte unter dem entsprechenden Beitrag in der Facebook-Gruppe "Du kommst aus Erlangen, wenn... (hier zensurfrei)" zu lesen. Weshalb genau sich die Kritiker durch die Kostümierungshinweise des E-Werks derart angegriffen fühlen, lassen sie jedoch weitestgehend offen. Auf der Veranstaltung selbst sei davon jedenfalls keine Spur gewesen, wie eine Sprecherin des E-Werks am Montag (16. Februar 2026) auf Nachfrage von inFranken.de berichtet. Zu den Hintergründen der heftigen Kritik im Netz habe sie derweil eine Vermutung.

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"Man sollte auf jeden Fall die anderen Gruppen-Beiträge miteinbeziehen, um ein Stimmungsbild dieser Gruppe zu erhalten und dann zu verstehen, warum sich so viele negative Kommentaren unter dem Beitrag fanden und wie deren Relevanz letzten Endes eigentlich ist", erklärt die Sprecherin des E-Werks gegenüber inFranken.de. Wie sie betont, handle es sich bei den "Hinweisen zu Kostümierungen" lediglich um "Empfehlungen", die bereits im vergangenen Jahr auf die Webseite des E-Werks gestellt worden seien, ohne dass darauf reagiert wurde. Zudem seien derartige Hinweise zu Kostümierungen und deren Grenzen nichts Besonderes und finden sich demnach "nicht nur beim E-Werk, sondern auch bei vielen anderen Faschings- und Karnevals-Veranstaltungen, sowie in zahlreichen Beiträgen verschiedener Medien".

Im Erlanger E-Werk wolle man mit diesen Hinweisen vor allem "sicherstellen, dass die Veranstaltung für alle Menschen ein positiver, bunter und sicherer Ort ist".  Es gibt demnach "mehr als genug Kostüme, mit denen man unbeschwert feiern kann, ohne rassistische Stereotype zu reproduzieren". Das, so die Sprecherin, sei beim Karibikfasching am vergangenen Samstag "von den zahlreichen, fantasievoll gekleideten Besuchern auch wieder deutlich unter Beweis gestellt" worden.

Auch an etlichen weiteren Orten in Franken wurde in den vergangenen Tagen ausgelassen Fasching gefeiert. In unserem großen Überblicksartikel findet ihr die besten Bilderstrecken. Weitere Nachrichten aus Erlangen findet ihr in unserem Lokalressort.