Erlangen: Transplantationsforschung - Erlanger Herzchirurg erhält Preis
Autor: Redaktion
Erlangen, Montag, 21. Februar 2022
Der Herzchirurg Christian Heim vom Universitätsklinikum Erlangen erhält für seine herausragende Transplantationsforschung den Franz J. Köhler-Preis 2022 der DGTHG. Er untersucht Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten der chronischen Abstoßung.
Wie kann ein Spenderherz nach der erfolgreichen Transplantation vor gefährlichen Immunreaktionen des Körpers gegen das fremde Organ geschützt werden? Seit mehr als 15 Jahren untersuche Herzchirurg Christian Heim, geschäftsführender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor der Herzchirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, gemeinsam mit seinem Forschungsteam die Risikofaktoren und die Behandlungsmöglichkeiten der chronischen Abstoßung.
Dafür verlieh ihm die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) nun im Rahmen ihrer Jahrestagung den Franz J. Köhler-Preis für herausragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Organprotektion unter besonderer Berücksichtigung des Herzens, so die Uniklinik in einer Mitteilung.
Wie das Universitätsklinikum Erlangen erklärt, führen bei der chronischen Abstoßung chronisch-entzündliche Prozesse in den Herzkranzgefäßen zu einer Verdickung der Blutgefäße im transplantierten Herz. Diese sogenannte Transplantatvaskulopathie sei nach einer erfolgreichen Herzverpflanzung eine der Hauptkomplikationen. Für die Patientinnen und Patienten ende sie meist tödlich und könne mit den derzeit üblichen Immunsuppressiva nicht verhindert werden. Die diffuse Verteilung der Gefäßveränderungen im Körper und das meist erst späte Auftreten von klinischen Symptomen erschwerten die Diagnostik zusätzlich.
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Da es bisher keine zufriedenstellende Therapie gegen die chronische Abstoßung gebe, erforsche Dr. Heim mit seinem Team am Uni-Klinikum Erlangen die Risikofaktoren und die Behandlungsmöglichkeiten der Transplantatvaskulopathie mittels mikrochirurgischer Kleintier-Transplantationsmodelle. "So untersuchen die Forschenden die Wirkung neuer Medikamente auf kleine Gefäße sowie die Mechanismen, die zum Beispiel infolge bestimmter Infektionen die chronische Abstoßung verschlimmern. Die vielversprechenden Ergebnisse im Mausmodell konnten inzwischen wissenschaftlich veröffentlicht werden und lassen langfristig auf eine verbesserte Prognose für herztransplantierte Patientinnen und Patienten hoffen", heißt es.