Erlangen: Kurioser Nordsee-Notruf - fränkische Polizei organisiert Seenotrettung in den Niederlanden
Autor: Redaktion
Erlangen, Sonntag, 26. März 2023
Die Polizeiinspektion Erlangen-Stadt war an einer kuriosen Rettungsaktion maßgeblich beteiligt. Nachdem ein "Seenotruf" eines 53-Jährigen eingegangen war, verständigten die Beamten die niederländische Küstenwache.
Ein sehr ungewöhnlicher Anruf sorgte bei der Polizeiinspektion Erlangen-Stadt für Verwirrung. Am Samstag (25. März 2023) nahm eine Beamtin auf der dortigen Dienststelle einen Seenotruf entgegen, heißt es in einem Bericht.
Ein 53-jähriger Kölner versuchte ihr dabei mitzuteilen, dass er sich im Bereich der niederländischen Nordsee in Begleitung mehrerer Personen in Seenot befinden würde. Durch den laut Polizeiangaben "ohrenbetäubenden Lärm im Hintergrund" gestaltete sich dieses Unterfangen aber zunächst als schwierig.
Erlanger Polizei vermittelt in die Niederlande - Menschen konnten sich nicht selbst retten
Die Beamtin war allerdings in der Lage, den Mann zu verstehen und konnte auch klare Wind- und Wellengeräusche ausmachen, sodass von einem Ernstfall auszugehen war. Geistesgegenwärtig verständigte die Polizeiinspektion Erlangen-Stadt anschließend die niederländische Küstenwache.
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Diese gab etwa anderthalb Stunden später erfolgreich Rückmeldung: Der 53-Jährige war zusammen mit mehreren Personen auf einem sogenannten "Bellyboot", das eine Art Anglerboot ist, bei einer Klippe in akute Seenot geraten. Eine Rettung aus eigener Kraft war ihnen dabei nicht mehr möglich, sodass der Mann einen Notruf über die Sprachfunktion seines Smartphones absetzte - und in Erlangen landete.
Alle konnten dank der niederländischen Küstenwache gerettet werden und blieben laut Polizeiangaben unverletzt. Warum das Smartphone des 53-Jährigen ausgerechnet die Polizei Erlangen für den Notruf auswählte, bleibt zwar ein Geheimnis, dem geistesgegenwärtigen Handeln der Beamten jedoch ist es zu verdanken, dass die Verunglückten letztendlich gerettet werden konnten.