Engpass bei den Parkplätzen in der Innenstadt
Autor: Bernhard Panzer
Herzogenaurach, Freitag, 25. November 2016
Auch wenn das Parkdeck jetzt wieder offen ist, ist das Parkplatzproblem in der Herzogenauracher Innenstadt doch enorm.
Wenigstens ist das Parkdeck wieder frei. Das sollte etwas Entspannung in den Engpass bringen, sagt Bürgermeister German Hacker (SPD). Immerhin stehen nach der vorübergehenden überraschenden Sperrung des Bauwerks nun wieder 45 Stellplätze mehr zur Verfügung. "Trotzdem ist es eng", gesteht Hacker. Zumal auch immer verstärkt Schaeffler-Mitarbeiter mit ihren Fahrzeugen in die Stadt strömen, weil sie auf dem Firmengelände offenbar nichts freies finden.
Ein Engpass an Parkplätzen besteht in der Innenstadt unfraglich. Einen freien Stellplatz zu bekommen, grenzt oft an ein Glücksspiel. Und in Folge der stressigen Suche würden die Leute auch immer aggressiver, berichtet CSU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab. Noch heute befinden sich die Stadträte in Klausur. "So kann es nicht weiter gehen", sagt Schwab. "Die Situation ist im Moment katastrophal. Da muss sich was ändern".
Klausurthema
Keine Frage, dass das Thema Parken einen Schwerpunkt der zweitägigen Klausur ausmacht. Die Fraktion möchte die Erkenntnisse bündeln und einen Antrag an den Stadtrat stellen. Vor allem verlangt die CSU nach einer besseren Koordination der bestehenden Parkplätze. Und langfristig müsse schlicht mehr Parkraum gebaut werden. Schwabs Kollege Walter Nussel hatte jüngst bereits einen Vorstoß gemacht: Beim Neubau des Rathauses sollte man mit einer Tiefgarage großzügig in die Breite gehen und eine wesentlich größere Fläche als nur den Hubmannparkplatz unterkellern, hatte Nussel festgestellt. "Der Antrag ist gut", meint Schwab. Man sollte auch an die älteren Mitbürger denken. "Die fahren nicht gern drei Etagen nach unten."
Die Stadt hat in Sachen Hubmann-Parkplatz auf die Not bereits reagiert. Statt der ursprünglich geplanten zwei Etagen in der Tiefgarage sollen es nun drei werden. Das bringt, wie Bürgermeister Hacker in der letzten Sitzung des Planungsausschusses festgestellt hatte, 40 Stellplätze mehr.
Weitere 45 freie Plätze
Mittelfristig sollte auch der Platz an der Realschule eine weitere Entspannung bringen, sagt der Bürgermeister. Der wird ja, solange die Bauarbeiten an der Schütt andauern, als provisorischer Busbahnhof genutzt. Auch dort erhalte man in etwa einem Jahr 45 Stellplätze zurück. Das alles reicht der CSU nicht. "Die Stadt entwickelt sich weiter", sagt Schwab. Damit sei es unvermeidbar, dass es auch immer mehr Autos gebe. Denn viele Arbeitnehmer würden auf das eigene Auto statt auf Fahrgemeinschaften setzen. Die Arbeitszeiten werden laut Schwab flexibler, feste Anfangs- und Schlusszeiten seien nicht mehr unbedingt die Regel. Und die Zahl der Arbeitsplätze in Herzogenaurach wachse zusehends.
Schwab ärgert auch die Aggressivität, die manch gestresste Parkplatzsucher an den Tag legen. "Die Leute sind alle gereizt", sagt er. Und wenn sie dann mal ein Knöllchen bekommen, weil sie falsch parken, dann bekommen die Parküberwacherinnen das ab. "Dabei tun die nur ihren Job", meint Schwab. Zu beneiden seien die Frauen wahrlich nicht.
Seit Donnerstag ist das Parkdeck wieder freigegeben. Dort mussten "nötige Abschlussarbeiten" verrichtet werden, die eine mehrtägige Sperrung erforderten, berichtet Hacker.