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"Dorfrocker"-Song auf schwarzer Liste der Bergkirchweih - Band erlebt Hype


Autor: Isabel Schaffner

Erlangen, Mittwoch, 27. Mai 2026

Auf der Erlanger Bergkirchweih sollen bestimmte Lieder möglichst nicht gespielt werden - dazu zählt auch ein Song der fränkischen Kultband "Dorfrocker". Dieser ist nun erst recht gefragt.
Laut der Erlanger Gleichstellungsstelle steht "Die Glöcknerin von Dingolfing" der "Dorfrocker" einem "friedlichen und respektvollen Fest" im Weg.


Die schwarze Liste der Erlanger Gleichstellungsstelle mit zwölf Liedern, die auf der Bergkirchweih möglichst nicht gespielt werden sollen, betrifft unter anderem die fränkische Partyband "Dorfrocker". Anlass ist es demnach, sexistische und frauenfeindliche Liedtexte auf der Bergkirchweih zu vermeiden - im Sinne eines "friedlichen und respektvollen Fests" für alle. Konkret geht es um das Lied "Die Glöcknerin von Dingolfing".

Hierin heißt es unter anderem: "Und am Abend kommt sie nach Haus. Und dann holt sie die Glocken raus. Und sie spielt mit viel Gefühl. Mit ihrem Glockenspiel." Die Liste, auf der sich auch "Skandal im Sperrbezirk" der Spider Murphy Gang findet, sorgte für viel Kopfschütteln und Kritik. "Es ist eine Ideologie sondergleichen", sagt "Dorfrocker" Markus Thomann am Dienstag (26. Mai 2026) im Gespräch mit inFranken.de.

"Dorfrocker" spielen "Glöcknerin" jetzt erst recht: "Gefeiert wie nie zuvor" 

"Das Lied entstand 2015 im Rahmen unseres Albums 'Holz', was auf Platz vier der deutschen Album-Charts landete. Wir haben das Lied inzwischen auf über 1000 Konzerten vor Kindern, Erwachsenen und Senioren gespielt und können uns nur an strahlende Gesichter erinnern", sagt der Musiker. Die drei Brüder seien eine Familienband, die Gute-Laune-Songs spiele, "mit denen wir den Menschen einen Abstand vom normalen Alltag ermöglichen", betont Thomann. "Wir können nicht beobachten, dass sich jemand von unserer Musik angegriffen fühlt."

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Am Pfingstwochenende spielten die "Dorfrocker" den Song laut eigenen Angaben an vier verschiedenen Orten in verschiedenen Bundesländern und "das Lied wurde gefeiert wie nie zuvor". Das Publikum habe es sogar lange gefordert. Die Band postete Videos von zwei Konzerten, bei denen jeweils ein weiblicher Gast auf der Bühne begeistert Kuhglocken während des Liedes läutet.

"Bands, die unsere Lieder spielen, nehmen es jetzt sogar extra ins Programm. Bei dieser schwarzen Liste fehlen einem die Worte. Der Verwaltungsmensch hatte offensichtlich zu viel Zeit. Man muss das im Verhältnis betrachten: Haben wir in Deutschland keine anderen Probleme?", kritisiert Thomann. "Mit unserer Ansicht bekommen wir im Netz 95 bis 100 Prozent Zustimmung. Wir sehen das Ganze lustig und regen uns nicht auf." Immerhin könne sich die Band über hochgeschnellte Streamingzahlen der "Glöcknerin" freuen.

Liederliste schlägt hohe Wellen - Wiesn-Chef schaltet sich in Debatte ein 

Die Erlanger Bergkirchweih läuft noch bis zum 1. Juni. Schon jetzt hat die Bitte um Verzicht bestimmter Lieder hohe Wellen geschlagen. Ein Kellerwirt scheint ebenfalls nichts von der Liste zu halten und spielte ein Lied daraus.

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Endlich wieder Bergkirchweih!
Endlich wieder Bergkirchweih!
Endlich wieder Bergkirchweih!

Auch die FDP veröffentlichte am 22. Mai ein Statement gegen den Brief der Behörde an die Wirte. "Der eigentliche Skandal an dieser Liederliste ist, dass eine hochverschuldete Stadt mit Konsolidierungsauflagen offenbar noch Personalressourcen hat, um jahrzehntealtes Liedgut für ein kurioses Blacklisting zu scannen", lässt der Landesvorsitzende der FDP Bayern, Matthias Fischbach, verlauten. "Das ist überzogen woke Symbolpolitik auf Kosten der Steuerzahler - und Bevormundung mündiger Wirte, Bands und Festbesucher." 

Inzwischen hat auch der Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) auf Instagram mitgeteilt, dass auf dem Oktoberfest "Skandal im Sperrbezirk" "natürlich nicht verboten" werde. "Auf so eine Idee wäre ich niemals gekommen. Das Lied ist ein Stück Münchner Musikgeschichte. Es setzt sich satirisch und obrigkeitskritisch mit dem strikten Vorgehen der Stadt München in den 80er Jahren bei Prostitution in der Innenstadt und in Wohnvierteln auseinander", so der Referent für Arbeit und Wirtschaft Münchens.

"Hirnrissiges Sauf-Gelage": Netz-Kritik an Erlanger Bergkirchweih

In den Facebook-Kommentaren auf der Seite der "Dorfrocker" findet sich jedoch auch ein Statement zu "sexistischen Ballermann-Songs auf der Bergkirchweih Erlangen", das auf Zustimmung für die schwarze Liste schließen lässt: "Die Erlanger Bergkirchweih verkommt zum hirnrissigen Sauf-Gelage mit niveaulosen, frauenfeindlichen Liedern."

Die "Dorfrocker" machen derweil deutlich: "Unsere Glöcknerin läutet weiter."

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