Das Einkaufen im Internet boomt. Es gibt immer mehr Leute, die sich online fünf Paar Schuhe bestellen und vier Paar wieder zurückschicken. Profiteur dieser Entwicklung ist auch die Deutsche Post, wie deren Pressesprecher Erwin Nier ganz offen zugibt.
Was die Kunden bestellen und wieder zurückschicken, muss jemand transportieren. Da ist die Post - trotz inzwischen einiger Konkurrenten - dick im Geschäft. "Vor zehn Jahren haben wir in Deutschland rund zwei Millionen Pakete pro Werktag zugestellt, heute sind es 4,6 Millionen", sagt Nier.
Diese rasante Zunahme im Paketgeschäft sprengt vielerorts die räumlichen Kapazitäten der Zustell-Stützpunkte. Solche Verteilstationen unterhält die Post auch in Uehlfeld und Höchstadt. Hier beladen die Zusteller ihre Fahrzeuge und bringen Pakete und Briefe zum Empfänger, bis in die entlegensten Ortsteile von Vestenbergsgreuth.
Gab es vor vier Jahren noch Pläne, die Zustell-Stützpunkte Höchstadt, Uehlfeld und Weisendorf zusammenzulegen, sind diese Pläne inzwischen überholt.
Aktuell steht die Post in Uehlfeld und Höchstadt vor "Veränderungen", wie sich Pressesprecher Nier vorsichtig ausdrückt. Das Unternehmen muss auf den Platzmangel in seinen Stützpunkten reagieren. Entwarnung möchte Nier für seine Kollegen an beiden Standorten geben. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass ihre Arbeitsplätze schon bald verlagert werden.
Fast schon untragbar eng sollen die Zustände im Zustell-Stützpunkt Uehlfeld sein, der noch im rückwärtigen Teil eines ehemaligen Supermarkt-Gebäudes untergebracht ist. Hier endet der Mietvertrag für die Post am 30. Juni. Das Gebäude wird mit einigen in der Nachbarschaft abgerissen und macht Platz für einen neuen Einkaufsmarkt mitten im Ort.
Eigentümer ist die Gemeinde. Bürgermeister Werner Stöcker (CSU) hat der Post inzwischen zugesichert, auch länger bleiben zu können - so lange, bis sie ein neues Domizil in Uehlfeld gefunden hat. "Wir wollen das Gebäude mit der Post als letztes abreißen", kündigt Stöcker an. Er ist zuversichtlich, dass sich für den Zustell-Stützpunkt eine Lösung in Uehlfeld findet.
"Wir sind fast schon auf der Ziellinie", sagt dazu Post-Pressesprecher Nier. Man wolle jetzt erst einmal in Uehlfeld umziehen. Was dann in zehn Jahren sein werde, müsse man sehen. Das hänge auch von der weiteren Entwicklung des Kaufverhaltens der Kunden ab.


Planungen laufen

Dieses bringt die Post auch in Höchstadt an Kapazitätsgrenzen. "Die Planungen für eine Veränderung in Höchstadt sind in vollem Gange", sagt Erwin Nier. Mehr will und kann der Pressesprecher aber noch nicht preisgeben.
Unterstützung bekommt die Post bei der Suche eines neuen Domizils in Höchstadt durch die Stadt. "Wir können der Post Angebote machen und ihre Anforderungen erfüllen", lässt sich Bürgermeister Gerald Brehm (JL) zu dem Thema derzeit nur entlocken. Die Stadt biete eigene Möglichkeiten oder auch Lösungen mit Investoren.