Der Trend geht zurück zur Natur
Autor: Yannick Hupfer
Herzogenaurach, Sonntag, 14. April 2019
Bauherren konnten sich in Herzogenaurach an 42 Ständen über Bauen, Wohnen und Renovieren informieren.
Ein "Saturday for Future" ist in diesen Tagen bundesweit wohl einzigartig. Schüler im ganzen Land gehen freitags auf die Straßen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Am Samstag aber wurde auch etwas für die Zukunft getan. Handwerker aus der Region stellten in der Innenstadt ihr Können und ihre umweltfreundlichen Alternativen aus.
Bei der Stadtmesse "Bauen, Wohnen, Renovieren" zeigten die Veranstalter den Hausbesitzern, wie sie umweltfreundlich renovieren und bauen können. "Wir machen das Ganze auch, um den Klimaschutz voranzubringen", erklärte am Samstag Bürgermeister German Hacker. Die Technik dafür sei vorhanden, man müsse sie nur nutzen. Denn: "So viel Zeit haben wir nicht mehr!"
Die Klimaschutzbeauftragte der Stadt, Mignon Ramsbeck-Ullmann, weiß aber von vielen gut gedämmten Häusern in Herzogenaurach: "Wir bauen zum Teil sehr umweltfreundlich." Außerhalb des Hauses gehe der Trend zu pflegeleichten Gärten. "Wir wollen da entgegenwirken", sagt Ramsbeck-Ullmann.
Stadt baut umweltfreundlich
Neben den zahlreichen Ständen in der Innenstadt gab es unter anderem auch einen Vortrag über naturnahe Gärten. "Ein Garten ist da, wo etwas blüht, wo etwas wächst", meint Hacker. Die Stadt selbst achte laut der Klimaschutzbeauftragten darauf, umweltfreundlich zu bauen: "Bei den Materialien wird auch auf Nachhaltigkeit geachtet."
Ein Naturmaterial ist Schiefer. Traditionell wird er für das Dachdecken eingesetzt, wie die Dachdeckerei Scheer am Samstag zeigte. Die Aussteller klopften aus Schieferplatten Herzen, die die Besucher mitnehmen durften. Denkt man umweltbewusst, so sollte man immer auch über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach nachdenken, meint Peter Eigler. Außerdem brauche es viel Wärmedämmung.
Die Firma GBi setzt hingegen auf neueste Computertechnik und unterstützt Gemeinden von der Planung der Bauvorhaben bis zum Setzen des letzten Steins. Auch in Herzogenaurach hat die Firma schon einige Projekte betreut. Mithilfe einer Software kann sie Gemeinden scannen, deren Abwassernetz kontrollieren und den Ort so digital abbilden. Dadurch könne man laut Mitarbeiter Stefan Gumbrecht genauer vorhersagen, wann etwas repariert oder ausgetauscht werden muss.
Auch die Herzowerke waren unter den 42 Ständen vertreten. Sie luden zum Test ein: drei verschiedene Wasserbehälter, ein Marken-, ein Discountwasser und eines aus der Leitung. Viele der Besucher merkten bei der Blindverkostung den Unterschied nicht, meint Jens Täufer, Marketing-Leiter der Herzowerke.