Schon in der Jungsteinzeit, im vierten und dritten Jahrtausend vor Christus, war der sanfte Hügel zwischen Greiendorf und der B 470 bereits besiedelt. Daran gibt es für Martin Nadler, Mittelfrankens Referent für Bodendenkmäler beim Landesamt für Denkmalpflege, keinen Zweifel. Weil dies so war, ist die Denkmalschutzbehörde auch von Anfang an dabei, wenn jetzt die Straße von Sterpersdorf über Greiendorf zur B 470 ausgebaut wird.

Wie geplant, sind die Arbeiten bereits in vollem Gang. Aus ihrer Sicht Glück hat die Baufirma dabei auf dem ersten Bauabschnitt zwischen Sterpersdorf und Greiendorf. Dieser ist von den Archäologen zum Ausbau freigegeben worden, berichtet Valentin Maier, dessen Ingenieurbüro das Projekt plant und das auch die Bauleitung hat.


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"Wir müssen uns an die Vorgaben des Denkmalschutzes halten", sagt Maier, "so ist das Gesetz". Werden Spuren menschlicher Siedlungen gefunden, müsse man weiter schauen.

Martin Nadler kritisiert in diesem Fall, dass die Planung bereits genehmigt war, bevor es seine Behörde erfahren habe. Erst durch Zeitungsartikel sei man auf das Bauvorhaben aufmerksam geworden. Jetzt habe man für die neue Trasse zwischen Greiendorf und der B 470 die Erdarbeiten vorgezogen, um auf archäologische Funde rechtzeitig reagieren zu können. Sollten die beiden Archäologen Spuren entdecken, würden diese freigelegt, in Karten festgehalten, ausgegraben und vermutlich ins Höchstadter Heimatmuseum wandern.

Dass es durch die Aktivitäten der Bodendenkmal-Experten zu Verzögerungen in dem eng gesteckten Terminplan der Straßenbauer kommt, glaubt Martin Nadler nicht. Dafür seien die Arbeiten auf dem Plateau vorgezogen worden. Die Mehrkosten für den Einsatz der Archäologen - die übrigens von einer Privatfirma kommen - muss die Stadt Höchstadt übernehmen.

Erfolgreiche Heimatforscher

Auf den Standort dieser frühzeitlichen Siedlung ist das Landesamt für Denkmalpflege durch Funde aufmerksam geworden, die die Hobby-Archäologen des Höchstadter Heimatvereins gemacht haben. Für Nadler Standspuren von Häusern und entsprechende Funde, die sich zeitlich genau einordnen lassen. "Von der Jungsteinzeit durch alle metallzeitlichen Perioden", sagt Denkmalpfleger Nadler. Dabei handelt es sich um Scherben, die auf den Feldern dieses Hügels im Aischgrund gefunden wurden.

Der Zeitplan für das 1,2 bis 1,3 Millionen-Euro-Projekt ist eng gesteckt. Während die Baufirma aufs Tempo drücken will geht Valentin Maier davon aus, den Straßenbau zwischen Sterpersdorf und der B 470 im September abschließen zu können.