Erlangen: Menschen in Innenstadt mit Schusswaffe bedroht - Polizei nimmt 27-Jährigen fest
Autor: Redaktion
Erlangen, Mittwoch, 27. Sept. 2023
Bei der Polizei sind in Erlangen gleich mehrere Notrufe eingegangen, weil ein Mann in der Innenstadt Passanten mit einer Schusswaffe bedroht hat. Einer Frau hielt er dabei die Waffe aus kürzester Distanz ins Gesicht, einem Mann an den Kopf.
Mehrere Passanten sind in der Innenstadt von Erlangen mit einer Waffe bedroht worden.
Der Einsatz begann für die Polizei in der Mittleren Schulstraße. Dort sei einem Anwohner am Dienstagnachmittag (26. September 2023) gegen 13.15 Uhr ohne erkennbaren Grund, von einem unbekannten Mann eine Waffe an den Kopf gehalten worden. Danach wurden die Beamten darüber informiert, dass auch ein Mensch im Bereich des "E-Werks" an der Fuchsenwiese ebenfalls grundlos mit einer Waffe und den Worten "pass auf" bedroht worden sein soll.
Mann bedroht Passanten in Erlanger Innenstadt mit Waffe - Polizei ermittelt trotz Festnahme weiter
Zwei weitere Verkehrsteilnehmer gaben an, ein Mann habe ihnen aus einem Auto heraus die Schusswaffe gezeigt. Auch seien sie mit dieser bedroht worden. Im Zuge dessen geriet ein Mann, der mit einem weißen SUV im Erlanger Stadtgebiet unterwegs war, ins Visier der Beamten.
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Mit einem dritten Notruf wurden die Polizisten in die Zeißstraße alarmiert, wo drei weitere Menschen von dem Unbekannten mit einer Waffe bedroht worden sein sollen. Dabei soll einer Frau, die mit ihm in einem Aufzug war, die Waffe aus kürzester Distanz vor das Gesicht gehalten worden sein.
Die Polizei konnte schließlich in der Zeißstraße einen 27-jährigen Erlanger, auf den die Beschreibung der Opfer exakt passte, festnehmen. Der Festgenommene befand sich in einem psychischen Ausnahmezustand und gestand sofort, dass er die gesuchte Person sei. Wie sich herausstellte, hatte der Gesuchte das Auto von einer Bekannten, bei der er sich zeitweise aufhielt, unberechtigterweise genutzt. Eine Fahrerlaubnis für den Wagen hatte er nicht.
Polizei findet Schreckschusswaffe - Festgenommener in Fachklinik eingewiesen
Im Rahmen weiterer Maßnahmen wurde auch die Schusswaffe gefunden. Es handelte sich um eine speziell gekennzeichnete Schreckschusswaffe, die einer "scharfen“ Waffe zum Verwechseln ähnlich sieht. Diese kann zwar erlaubnisfrei von Erwachsenen erworben werden, darf aber nur mit einem sogenannten "kleinen Waffenschein“ geführt werden. Im Besitz eines solchen war der 27-Jährige ebenfalls nicht.
Er wurde nach Rückfrage mit der Staatsanwaltschaft in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Eine Frau erlitt bei dem Vorfall einen Schock. Insgesamt waren zeitweise bis zu 30 Polizeibeamte an dem Einsatz beteiligt. Die Ermittlungen dauern noch an. Den 27-Jährigen erwartet nun ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Bedrohung, Nötigung, Verstoß nach dem Waffengesetz und anderen Vorschriften.