Erlangen: Junge (7) tot - Polizei nennt neue Details zu Fußballtor-Unfall
Autor: Ralf Welz, Alexander Kroh, Agentur dpa
Erlangen, Mittwoch, 25. März 2026
Der tödliche Fußballtor-Unfall in Erlangen sorgte für Entsetzen. Nun hat die Polizei Details veröffentlicht. Noch sind aber wichtige Fragen offen.
Nach einem schrecklichen Unfall bei einer Sportveranstaltung in Erlangen-Bruck am Samstagnachmittag (21. März 2026) starb ein siebenjähriger Junge kurz darauf im Krankenhaus. Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken berichtet, geschah das Unglück gegen 14 Uhr - noch vor Veranstaltungsbeginn. Weit über Erlangen hinaus herrscht derweil Trauer. Zahlreiche Bürger und Vereine bekunden ihr Beileid.
Die Polizei hat am Mittwoch (25. März 2026) neue Einzelheiten genannt, wie das Tor umkippen konnte. Laut ersten Erkenntnissen eines Gutachters wurden für das Spiel mehrere mobile Tore aufgestellt, die zuvor flach auf dem Spielfeld abgelegt waren. Eines der Tore geriet hierbei aufgrund an der rückwärtigen Querverbindung regulär angebrachter Zusatzgewichte in eine unkontrollierte Kippbewegung und erfasste das siebenjährige Kind. Die Untersuchungen zum genauen Hergang, insbesondere zur genauen Beteiligung der vor Ort befindlichen Personen, dauern an.
Tödlicher Unfall bei Sportveranstaltung in Erlangen: Junge (7) stirbt im Krankenhaus
Laut Angaben der Polizei stürzte am Samstag ein mobiles Fußballtor um und verletzte das Kind lebensgefährlich. Der Bub kam am Nachmittag noch in ein Krankenhaus, wo er später seinen schweren Verletzungen erlag. Für die Betreuung der anwesenden Personen wurden mehrere Kriseninterventionsteams eingesetzt.
Nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Ermittlungen gilt es laut der Polizei seitens der Staatsanwaltschaft zu klären, ob ein vorwerfbares Handeln vorgelegen haben könnte. Hierbei wird insbesondere das Ergebnis des Gutachters Berücksichtigung finden. Unklar sei bisher, wie viele Menschen zum Unglückszeitpunkt an dem Tor waren und was eigentlich genau mit dem Tor passieren sollte, bevor es umstürzte. Nach Angaben des Sprechers wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Ob jemand für den Tod des Jungen konkret verantwortlich sei, sei noch ungewiss, so die Polizei.
Das Unglück löste große Trauer aus. Auf dem Vereinsgelände des FSV Erlangen-Bruck versammelten sich am Tag danach zahlreiche sichtlich betroffene Menschen, darunter auch Kinder und Jugendliche. In einem kurzen Trauerakt legten sie an einer Mauer Blumen für den gestorbenen siebenjährigen FSV-Spieler nieder.
"Nicht zu begreifen": Verband sagt Jugendspiele im Fußballkreis ab
Laut dem Bayerischen Fußballverband (BFV) ist noch unklar, ob das Kind als Spieler oder Zuschauer auf dem Vereinsgelände war. Alle für den Sonntag geplanten Spiele der Junioren auf Kreisebene im Fußballkreis Erlangen/Pegnitzgrund wurden infolge des Unglücks abgesagt. "Wir sind alle tief erschüttert und fassungslos. Uns fehlen die Worte", schreibt der Verband. Man wolle den Fußball ruhen lassen. "Die Fußball-Familie ist in Gedanken bei all denen, die begreifen müssen, was es in dieser Stunde einfach nicht zu begreifen gibt."
Der Verein äußerte sich am Sonntagnachmittag zu dem Unglück und zeigte sich tief betroffen: "Ein tragischer und unfassbarer Vorfall lässt die FSV-Familie tief trauern", hieß es auf der Internetseite des Vereins. "Wir sind alle sehr geschockt. Nach dem unfassbaren Geschehnis befindet sich der gesamte Verein in tiefster Trauer", erklärte Vorstand Thomas Neudecker in der Stellungnahme.