"Ich krieg jetzt noch Gänsehaut, wenn ich dran denke", sagt Ralf Geyer. Der Landwirt aus Schirnsdorf ist begeistert von der Lichterfahrt, die er zusammen mit seinen Berufskollegen am Samstag organisiert hat: Eine Rundfahrt mit weihnachtlich geschmückten Schleppern durch das nächtliche Höchstadt. Das Lichtspektakel war ein totaler Erfolg und für viele Höchstadter ein besonderes Ereignis in dieser so tristen, von Verboten geprägten Zeit.

"Mit so einer Menschenmenge hat keiner gerechnet", sagt Geyer. Am Straßenrand links und rechts der Route seien unzählige Menschen gestanden, hätten gewinkt, den Landwirten zugerufen und applaudiert. Als Ziel hatten sich die Bauern eine Verbesserung des Images der Landwirtschaft vorgenommen. Dieses Mal ganz ohne politische Aussagen, mit unzähligen bunten Lichtern, Christbäumen und guten Wünschen für die Zuschauer am Straßenrand.

Das Feedback auf die Lichtershow sei großartig, berichtete Geyer schon am Sonntagmorgen. Die größte Begeisterung hätten die Kinder gezeigt. Das war auch ganz im Sinne der teilnehmenden Landwirte. "Wenn wir die Kinder für unsere Sache gewinnen, gewinnen wir auch die Eltern", sagt Geyer.

Christbäume auf dem Traktor

Dafür haben sich die Bauern richtig ins Zeug gelegt: Etwa drei Stunden hat das Schmücken eines Fahrzeugs wohl in Anspruch genommen. Entsprechend herausgeputzt waren die Trekker dann auch: Lichterketten an den Rädern, das Führerhaus mit Lichtern umrahmt und Christbäume an der Front ließen die Kinderherzen höher schlagen. "Aber uns selbst hat es auch viel Spaß gemacht", sagt Geyer.

Schon vor dem Start hätten die bunt geschmückten Traktoren in den Aischwiesen Aufsehen erregt. Etliche Autofahrer seien abgebogen und hätten sich die Fahrzeuge näher angeschaut. 26 teilnehmende Schlepper aus der Region zwischen Neustadt und Bamberg hat Geyer gezählt.

Kurzfristig organisiert

Ganz kurzfristig, etwa innerhalb einer Woche, sei alles gelaufen. Was in anderen umliegenden Landkreisen nicht gelungen sei, habe in Höchstadt keine Probleme bereitet. Die Organisatoren möchten deshalb dem Landratsamt für die kurzfristige Genehmigung danken. Ihr besonderer Dank gilt aber der Polizeiinspektion Höchstadt, deren Leiterin Sabine Röhrer und ihrem Team. Die Polizei sei vorangefahren und habe das Ende des Konvois gebildet. Auch alle Kreuzungen seien für die Durchfahrt gesperrt worden.

Bereits jetzt planen die Landwirte eine ähnliche Veranstaltung für das nächste Jahr. Dann könnte es auf den Aischwiesen auch Bratwurst- und Glühweinstand mit Produkten aus regionaler Erzeugung geben, wie die Organisatoren planen. Die Kinder könnten dann die bunt geschmückten Fahrzeuge aus nächster Nähe bewundern - ganz unter dem Motto, das sich die Bauern selbst gesetzt haben: "Landwirtschaft erleben!"