Seit fünf Wochen hat das Aischpark-Center in Höchstadt seine Pforten geöffnet und lockt Tag für Tag jede Menge Kunden in die 27 Fachmärkte. Um von diesem Kundenstrom auch einen Teil in die Innenstadt zu lotsen, wird am Rand des Aischpark-Center-Parkplatzes eine LED-Leinwand installiert.

Bei nur einer Gegenstimme von Franz Rabl (CSU) segnete der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die Anschaffung der 100 000 Euro teueren Werbewand ab. CSU-Sprecher Alexander Schulz erhofft sich davon einen positiven Impuls für die Innenstadt. "Die Suppe, die wir uns eingebrockt haben, müssen wir jetzt auslöffeln", sagte Schulz mit Blick auf die Konkurrenzsituation zwischen Aischpark-Center und Innenstadt-Geschäftswelt.

Schulz kritisierte, dass die Kosten für Strom und Wartung der LED-Wand ebenso noch nicht bekannt seien wie der Modus der Werbevergabe auf der Wand. Hier möchte Schulz auf eine Nutzungsgebühr verzichten.

Sollte das Werben kostenlos sein, befürchtet Bürgermeister Gerald Brehm (JL) "eine Flut von Werbetreibenden". Er sei für geringe Gebühren, die auch als Regulativ wirken. Brehm betonte einmal mehr, dass die Entscheidung für das Aischpark-Center hundert Prozent richtig gewesen sei. Das sah auch JL-Sprecher Michael Ulbrich so und entgegnete Alexander Schulz: "Wir haben niemandem eine Suppe eingebrockt." Auch SPD-Sprecher Andreas Hänjes sieht an dem Einkaufszentrum "keinen Grund zum Rummäkeln".

Kritik kam dagegen in der Bürgerfragestunde am Ende der Sitzung von Rosi Schulz. Sie beklagte im Namen des Seniorenbeirats fehlende öffentliche Toiletten, vermisst Ruhebänke für ältere Menschen, die mit Rollatoren unterwegs sind und wünscht sich mehr Fahrradständer. Unbefriedigend sei auch, dass man die Namensschilder der Geschäfte nicht sieht, wenn man auf dem Fußweg an den Ladenzeilen entlang flaniert.

Um diese Kritikpunkte werde sich der neue Center-Manager Tim Grevelhörster kümmern, sagt Arndt Zauritz, geschäftsführender Gesellschafter der Aischpark-Center GmbH. Aus Furcht vor Vandalismus habe man öffentliche Toiletten auf dem Gelände abgelehnt. Toiletten stünden aber in allen gastronomischen Einheiten offen. Wünsche und Anregungen würden aufgenommen, wobei berücksichtigt werden müsse, was erlaubt sei und was den Mietern vertraglich zugesichert wurde.

Unterm Strich sei das Aischpark-Center für Zauritz ein "leuchtendes Beispiel für das, was erreicht werden kann, wenn Kommune und Investor an einem Strang ziehen".