Die einen bewohnen ihr Haus schon seit Jahrzehnten und richten es Zug um Zug her. Die anderen haben vor zweieinhalb Jahren gekauft und mit viel Geld und Eigenleistung ein schmuckes kleines Restaurant im Erdgeschoss eingerichtet. Der nächste hat die Fassade erneuert und wird es vorläufig dabei bewenden lassen, denn zeitgemäße Wohnungen herzurichten wäre im Moment zu teuer und zu aufwendig.

Drei Beispiele von fünfen, die Hans-Heinrich Eidt am Montag vorstellte. Es handelt sich um Sanierungsprojekte, für die die Gemeinschaft Stadtbild Coburg einen Zuschuss gegeben hat. Das Geld dafür stammt aus einer großen Spende: Nach dem Brand in der Herrngasse im Jahr 2012 stellten die Brose-Gesellschafter Michael Stoschek und Christine Volkmann fünf Millionen Euro für Soforthilfe zur Verfügung. Das Geld wurde jedoch bei weitem nicht gebraucht.
Drei Millionen Euro wurden daher umgeleitet und werden über die Gemeinschaft Stadtbild ausgereicht. Bewerben kann sich jeder, der ein historisches Gebäude in der Innenstadt wieder herrichtet.

Bei Raffaele Randazzo war es der Architekt, der den Kontakt herstellte, weil er einst selbst bei Eidt studiert hatte (Eidt ist Anwalt und lehrt Baurecht an der Hochschule Coburg). Seit zwei Jahren renoviert er die Herrngasse 9. Nun präsentiert sich das Erdgeschoss als schmucker kleiner Gastraum, am Wochenende soll eröffnet werden. Nebenbei betreibt Randazzo noch ein zweites Restaurant als Pächter. "Wir fanden den Wahnsinnsaufwand förderungswürdig", sagt Eidt, der das Gebäude von früher kennt. "Ins Dachgeschoss konnte man sich nur mit Helm trauen."

Denkmalgerechte Bauelemente gehen ins Geld

Ganz so schlimm wird es bei Christine Münch und Bernd Six nicht gewesen sein. Die beiden besitzen das Anwesen Steintor 2 seit 1987 und wohnen auch darin. "Aber um sanieren zu können, muss man erst mal was ansparen", sagt Christine Münch. Denkmalgerechte Bauelemente gehen ins Geld. "Die Tür hat 5000 Euro gekostet." Die beiden sind auch noch längst nicht fertig. Vier kleine Wohnungen wollen sie noch herrichten, zusätzlich zu den beiden, die sie selbst bewohnen.

Ihre Nachbarn Udo Florschütz und Andreas Wucher stemmen dagegen schon ihr drittes gemeinsames Sanierungsprojekt. Hier war es Stadtbild einen Zuschuss wert, dass die Einscheibenfenster durch geteilte ersetzt wurden. Aber das Gebäude ist noch lang nicht fertig. "Es ist viel zu tun, aber wenn man das Ergebnis sieht, ist das der Lohn", erläutert Udo Florschütz, der fast alles selbst macht.

Die Häuser, die mit Stadtbild-Hilfe saniert wurden, tragen eine entsprechende Plakette. "Weit oben anschrauben", empfiehlt Eidt - die Messingplaketten würden nämlich durchaus ihre Liebhaber finden. Ihre Hausfassade damit schmücken dürfen auch Ralph Schuhmann (Hohe Straße 13) und Uwe Rückert (Steinweg 41).