Die Diskussion ist nicht neu: Aber weil die Corona-Pandemie nach wie vor alles dominiert, wird über diese Frage erneut diskutiert werden müssen: Kann in der Coburger Innenstadt - vorübergehend, wohlgemerkt - auf den einen oder anderen Parkplatz verzichtet werden, um dort der Gastronomie zusätzliche Stellflächen zu ermöglichen?

OB will mit Anwohnern sprechen

Am Montag hat der Verwaltungssenat das Ordnungsamt beauftragt, die organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) stellte jedoch zwei Dinge klar. Zum einen sei es zwar wichtig, der Gastronomie "unbürokratisch" zu helfen - gewisse Sicherheitsaspekte müssten aber beachtet werden. Das gelte etwa für das Freihalten von Feuerwehrzufahrten und Gehwegen. Zum andere werde die Stadt diesmal frühzeitig das Gespräch mit Anwohnern suchen.

Zur Erinnerung: Bereits im vergangenen Jahr hatte es den Versuch gegeben, auf dem Salzmarkt Flächen für Außengastronomie zu schaffen. Doch aus vielerlei Gründen klappte das nicht. Unter anderem hatten Anwohner Bedenken angemeldet. Irritationen gab es zudem innerhalb der Gastro-Szene, weil unklar war, ob es sich nur um den Sonderwunsch eines einzelnen Wirts handelt. Wie der OB am Montag sagte, liegen aktuell bereits die Anfragen von mehreren Innenstadt-Gastronomen vor. Die Idee sei jeweils, auf Parkplätzen mit Hilfe von Paletten kleine Gastro-Bereiche zu schaffen.

"Die Stimmung geht in den Keller"

Im Verwaltungssenat herrschte Einigkeit, dass es diesmal klappen muss. "Wir sollten alles ermöglichen, was irgendwie machbar ist", sagte Jürgen Heeb (Pro Coburg). Denn es sei doch "so gut wie ausgeschlossen", dass die Wirte auf absehbare Zeit die Innenbereiche ihrer Lokale normal nutzen können. "Deshalb ist die Außengastronomie ihr einziger Strohhalm!" Aber: Nicht jeder Gastronom verfügt über einen Außenbereich.

Auch Norbert Tessmer (SPD) plädierte für jegliche Unterstützung und dachte dabei sowohl an die Wirte als auch an die Gäste: "Die allgemeine Stimmung geht in den Keller - wir müssen wir jede Chance nutzen, das aufzuhalten."