Wildwuchs in Ketschenbach ist Bürgern ein Dorn im Auge
Autor: Martin Rebhan
Ketschenbach, Donnerstag, 14. Januar 2016
Einige Kritikpunkte und Änderungswünsche hatten die Ketschenbacher bei ihrer Unterredung mit Oberbürgermeister Frank Rebhan. Dieser machte jedoch deutlich, dass in einer Kommune nicht alles regulierbar sei.
Dass er kein Freund davon ist, alles und jeden zu reglementieren, machte Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) schon bei manchen Bürgerversammlungen sehr deutlich, jüngst auch in Ketschenbach gegenüber 35 Bürgern. Anlass war der Hinweis von Matthias Stephan, der anprangerte, dass es an Sonntagen im Einmündungsbereich Meilschnitzer Straße/Ketschenbacher Straße zu Behinderungen komme, da Gäste, die zu Mittag essen, mehr oder minder unkontrolliert ihre Fahrzeuge abstellten.
"Es wird links und rechts geparkt, dadurch geht es immer wieder eng zu", führte der Bürger vor Augen, "man ist gezwungen, die durchgezogene Linie auf der Straße zu überfahren, was eigentlich verboten ist." Angesichts dieser Situation wünschte er sich, dass zumindest auf einer Seite der Straße ein Parkverbot eingerichtet wird. Frank Rebhan, selbst Ketschenbacher, bestätigte unumwunden die schwierige Situation.
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Dem Wunsch des Bürgers gab er aber eine deutliche Absage. "Ein Parkverbot nutzt nur etwas, wenn die Polizei dies auch regelmäßig kontrolliert und Verstöße ahndet", betonte Rebhan. Er bat, einmal darüber nachzudenken, worüber man rede. "Es geht um zwei Stunden am Sonntagmittag", verdeutlichte Rebhan und meinte: "Das halten wir doch aus." Der Oberbürgermeister meinte weiter: "Den in Ketschenbach ansässigen Gastwirtschaften will ich durch solche Maßnahmen nicht zusätzliche Schwierigkeiten bereiten." Außerdem hätten Engstellen einen Vorteil: "Es wird langsam gefahren."
Besteht eine Gefahr?
Der Zustand eines Grundstückes im Bereich "Am Brändlein" ist Karl-Heinz Scheler ein richtiger Dorn im Auge. Seinen Worten zufolge ist das Grundstück nicht nur verwildert, sondern es lagert dort seit Jahren Unrat und gewerblicher Abfall.
Scheler forderte die Stadt auf, hier einzuschreiten. Detlev Heerlein vom Ordnungsamt und Oberbürgermeister Frank Rebhan betonten unisono, dass die Stadt nur dann etwas unternehmen könne, wenn Gefahr in Verzug sei. Das Stadtoberhaupt betonte, dass es kein Gesetz gebe, das Grundstückseigentümer verpflichtet, ihr Eigentum zu pflegen, was er persönlich sehr bedauere. Er sagte aber zu, der Sache dahingehend nachzugehen, ob durch die Ablagerungen Gefahr für die Allgemeinheit bestehe.
Sauer über Preiserhöhung
Kritik übte Karl-Heinz Kalter an der jüngsten Preiserhöhung im städtischen Busverkehr. Für Kinder betrugen die Kosten für sechs Fahrten demnach bisher drei Euro. Jetzt stehen nach seinen Worten fünf Euro für die gleiche Leistung zu Buche.
Detlev Heerlein erläuterte hierzu, dass die Stadt Neustadt keinerlei Einfluss auf die Preisgestaltung des Betreibers der Buslinie, der Omnibusverkehrsgesellschaft Sonneberg, habe. Die Preiserhöhung hänge damit zusammen, dass das Verhältnis der Mehrfachfahrkarte zur Monatskarte nicht mehr gepasst habe. Ein schwacher Trost war die Feststellung, dass die höheren Tarife nicht nur für Neustadt, sondern auch für Sonneberg gelten.
Ein Hindernis
Dieter Gehrlicher machte darauf aufmerksam, dass die erste Stufe der Treppe zum Friedhof aufgrund ihrer Höhe besonders für ältere Menschen ein Hindernis darstelle. Bauhofleiter Gerhard Reh sagte zu, dass hier entsprechende Maßnahmen ergriffen werden sollen.
Den Wunsch Ingelore Groschs, einen Wegweiser zum Friedhof anzubringen, wird die Stadt umsetzen.
Braucht es einen Spielplatz in Ketschenbach?
Oliver Wolf sagte in der Versammlung, dass es in Ketschenbach keinen Spielplatz gebe. Frank Rebhan fragte, ob ein Spielplatz überhaupt nötig sei. Seiner Meinung nach sind die Plätze in dicht bebauten Gebieten sehr sinnvoll. Im ländlichen Bereich, wo viele Gärten vorhanden sind, sieht Rebhan eher weniger Bedarf. Die Errichtung und der Unterhalt eines Spielplatzes seien mit immensen Kosten verbunden. Außerdem, so Rebhan, sei der Freizeitpark doch "gleich um die Ecke". Ein weiteres Thema der Versammlung waren die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die in Ketschenbach untergebracht sind. Die Fachbereichsleiterin im Landratsamt Coburg, Angelika Sachtleben, informierte, dass derzeit 26 Jugendliche in Ketschenbach lebten. Als "Notunterkunft" werde der ehemalige Kindergarten wohl keine Zukunft haben. Es liefen derzeit Gespräche mit der Regierung von Oberfranken, das Gebäude zu einer Dauereinrichtung umzufunktionieren mit der Konsequenz, dass weniger Minderjährige dort untergebracht werden. Der Bevölkerung von Ketschenbach stellte sie ein erstklassiges Zeugnis darüber aus, wie gut die Jugendlichen in dem Neustadter Stadtteil aufgenommen wurden.