Fünf Bilder hat Yvonne Engel innerhalb von drei Wochen gemalt und auf ihrem Grundstück am Ortsrand von Mittelwasungen aufgestellt. "Mit den Bildern drücke ich meine Gefühle aus. Ich möchte auf die Probleme aufmerksam machen, die der Windpark verursacht. Auf das, was nicht richtig läuft", sagt die 44-Jährige, die Kunst am Arnold-Gymnasium unterrichtet.

Erst stand nur das Kr

euz mit der Aufschrift "Das ist ein Mahnmal der Anwohner vom Windpark" am Rand ihres Grundstücks. Wie Engel berichtet, hätten einige Spaziergänger angehalten. Daraufhin hat sie beschlossen, das Projekt auszuweiten. "Die Bilder stellen die Dinge so dar, wie ich sie sehe. Das ist die künstlerische Freiheit, sie können provokativ sein."

Brummen und Schattenschlag

Für die Betrachter sind die Gemälde jeweils mit einem Erklärtext versehen. Sie stehen unter anderem für das Brummen der Windräder, das sowohl innerhalb als auch außerhalb ihres Hauses zu hören ist, den damit verbundenen Schlafmangel und die unzähligen Einsätze an den Windrädern, die Engels Einschätzung nach nichts gebracht haben. Momentan arbeitet sie an einem Bild, das darauf aufmerksam macht, dass wegen einer fehlenden Heizung Eis von den Windrädern herabfällt. "Das Eis wird aus Styropor sein. Für das Gemälde zum Schattenschlag plane ich Blitze auf einem weißen Hintergrund."

Wie Yvonne Engel betont, betrifft ihr Kunstprojekt ausschließlich den Windpark am Kraiberg, den die Firma General Electric gebaut hat. "Ich bin nicht gegen Windkraft und der Meinung, dass es eine Energiewende braucht, wir haben auch eine Solaranlage auf dem Dach. Nur sollten die Windräder keine Menschen belasten", stellt sie klar. Seit der Windpark 2016 in Betrieb gegangen ist, leidet sie durch das Brummen und den Schattenschlag regelmäßig unter Kopfschmerzen und Schlafmangel.

Glitzer, Kaffee und Mehl

Für ihre Bilder verwendet Engel alte Platten aus Sperrholz. "Bei den Farben bin ich völlig flexibel. Ich habe unter anderem Kaffee, Mehl und Glitzer verwendet. So reißen die Bilder auf und bekommen Struktur", erklärt die Künstlerin den Hintergrund.

Beim Zeichnen greift die Lehrerin auf verschiedene Techniken zurück. Sie arbeitet mit der Spachtel, mit Farbverläufen und auch mit einem Föhn. "Ich male unheimlich gerne vielseitig und möchte mich nicht auf einen Stil festlegen." Obwohl die Bilder mit einem Bootslack besprüht werden, sind sie nicht für die Ewigkeit gemacht. "Nach vier bis fünf Jahren werden sie verwittern und kaputt gehen."