"Wir sind jetzt richtig stolz auf unser Haus", sagt John Holmes und sein Nachbar Nevzet Irak nickt zustimmend. Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung durch die Gemeinschaft Stadtbild ist aus dem vormals unansehnlichen, mit Eternitschiefern verkleideten Doppelhaus in der Seifartshofstraße ein Schmuckstück geworden.

"Jedes Mal, wenn ich hier vorbeigekommen bin, habe ich gedacht, dass mit diesen hässlichen Gebäuden etwas passieren muss", sagt Hans-Heinrich Eidt, der Stadtbild-Vorsitzende. Also erzählte er dem Besitzer des Hauses mit der Nummer 9 von der Spende Michael Stoscheks und seiner Schwester Christine Volkmann nach dem Altstadtbrand und dass die Gemeinschaft Stadtbild damit die Sanierung erhaltenswerter Bausubstanz unterstützt. Das hat den Hausbesitzer motiviert.

1998 hatte die Familie Irak das Haus gekauft und es bislang vor allem innen renoviert.
Mit der finanziellen Unterstützung konnte nun auch die Fassade erneuert werden. "Obwohl das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, gibt es doch Elemente, die aus unserer Sicht unbedingt erhalten werden sollten", erläutert Hans-Heinrich Eidt und meint damit die alten Schmuckrahmen um die Fenster und natürlich die Sprossenfenster selbst. "Am teuersten waren die Zinkbleche für die Fensterbretter", wirft Petrus Irak ein.

Hausbesitzer waren sich einig

Die Fassadengestaltung war aufwendig. Zuerst mussten die Eternitplatten abgenommen und entsorgt, anschließend die Außenwand gedämmt, geputzt und gestrichen werden. Nun sieht das Doppelhaus aus dem Jahre 1904 wieder wie neu aus.

Dass Anina und John Holms aus der anderen Hälfte des Gebäudes der Sanierung angeschlossen haben, macht die Sache komplett. Auch sie haben Unterstützung von der Gemeinschaft Stadtbild bekommen. "Wir hätten die Fassade ansonsten erst in ein paar Jahren erneuern können", sagt Anina Holmes.

Denn das Ehepaar, das die Nummer 11 im Jahr 2011 erworben hat, musste im Inneren des Hauses sehr viel investieren. Das war insofern besonders aufwendig, weil Anina Holmes sich eine heilpädagogische Praxis im Untergeschoss eingerichtet hat.

Für die gelungene Sanierung beider Doppelhaushälften gab es die Renovierungsmedaille der Gemeinschaft Stadtbild. Eine Medaille hat auch das Haus mit der Nummer 34 in der Seifahrtshofstraße bekommen. Es gehört den Geschwistern Katharina Meier und Alexander Thau. Der gesamte Sandsteinsockel des Gebäudes musste saniert werden. "Der war so verwittert, dass wir dachten, das Haus stürzt irgendwann ein", erläutert Hans-Joachim Thau, der Vater der Eigentümer.

Zusätzlich erhielten alle Fenster und Türen wieder ihre Originalfarbe. Die Schiefer auf dem Dach wurden instand gesetzt und Taubenschutzleisten angebracht. "Die Unterstützung durch Stadtbild hat uns sehr gutgetan", sagt Hans-Joachim Thau.