Weidhausen möchte eine Sicherheitswacht im Gemeindegebiet
Autor: Alexandra Kemnitzer
Weidhausen bei Coburg, Dienstag, 12. Februar 2019
In Weidhausen könnte bald eine Sicherheitswacht die Zusammenarbeit der Polizei und der Gemeinde unterstützen. Der Gemeinderat zeigt sich davon angetan.
In der Gemeinderatssitzung am Montagabend stellte Leiter der Polizeiinspektion Neustadt bei Coburg, Matthias Schuhbäck, dem Gremium die Arbeit der Sicherheitswacht und deren Befugnisse vor. "Nein, die Gemeinde Weidhausen hat kein Sicherheitsproblem", sagte Bürgermeister Markus Mönch, was auch der Leiter der Polizeiinspektion bestätigte. Schuhbäck sieht die Sicherheitswacht als Ergänzung und zeigte auf, dass beispielsweise die Einwohner in Rödental und Neustadt bei Coburg ein vermehrtes Sicherheitsgefühl durch deren Engagement hätten.
Es gab einige Informationen über die Sicherheitswachten: Insgesamt gibt es 122 Sicherheitswachten in Bayern. In 150 bayerischen Gemeinden sind 977 Sicherheitswachtangehörige tätig, davon sind 321 weiblich und 35 ausländische Mitbürger. Die Sicherheitswacht soll beispielsweise dem Vandalismus und der Straßenkriminalität entgegenwirken. Schließlich sei die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht alleine eine Angelegenheit der Polizei, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagte Schuhbäck.
Mit der freiwilligen und ehrenamtlichen Einbindung verantwortungsbewusster Bürger in das bayerische Sicherheitskonzept solle der zunehmenden Unkultur des Wegschauens entgegengetreten werden. Die Sicherheitswacht werde dort eingesetzt, wo die Bevölkerung sich selbst mehr ansprechbare Präsenz wünscht, beispielsweise in öffentlichen Parks oder bei lokalen Veranstaltungen im öffentlichen Bereich. Unter anderem sei die Sicherheitswacht mit Handsprechfunkgeräten ausgestattet, um bei verdächtigen Vorkommnissen den direkten Draht zur Polizei zu haben. "Die Streifen können so hinzugezogen werden, denn Sicherheitswachten sind und bleiben Privatbürger, die immer im gesicherten Bereich eingesetzt werden", so Schuhbäck.
Die Sicherheitswacht könne unter anderem Platzverweise aussprechen und sei als verlängerter Arm mit Augen und Ohren für die Polizei tätig. Hierfür würden die tätigen Mitbürger entsprechend ausgebildet und erhielten eine Pauschale von acht Euro pro Stunde für den persönlichen Aufwand. Auf die Kommunen entfielen keine Kosten.
Zusammenarbeit mit Sonnefeld vorstellbar
Gemeinderat Michael Werner, der selbst als Zivilstreife viele Jahre lang unterwegs war, begrüßte die Überlegung, eine Sicherheitswacht einzurichten, weil sie auch bei der Strafverfolgung guttun könne. "Mit der Sicherheitswacht können wir Schaden abwenden und präventiv tätig sein", zeigte sich Bürgermeister Mönch sicher. Er sagte, er könne sich gut vorstellen, hier auch mit der Nachbargemeinde Sonnefeld zusammenzuarbeiten.
Weitere Beschlüsse
Einstimmig beauftragte das Gremium den Landschaftspflegeverband Landkreis Lichtenfels mit der Koordinierung der Aufstellung eines Umsetzungskonzeptes am Biberbach gemäß den Maßgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Entsprechende Mittel sollen im Haushalt eingestellt werden. Heinrich Maisel vom Landschaftspflegeverband erklärte, dass der Biberbach ein "berichtspflichtiges" Gewässer sei, an dem ein guter Zustand erreicht werden solle. Der Biberbach wird, mit Schneybach und Weiherbach zu einem Flusswasserkörper zusammengefasst, als schlecht bewertet. Alle drei sind Gewässer dritter Ordnung, deren Unterhaltspflicht bei den anliegenden Kommunen liegt.
Weil die Bäche fünf Gemeinden durchfließen, ist eine Koordinierung der interkommunalen Zusammenarbeit notwendig. Vier haben bereits zugestimmt. Die Gesamtkosten belaufen sich für Weidhausen innerhalb der Projektlaufzeit von zwei Jahren auf 1496 Euro. Markus Mönch merkte an, dass zwar der Flusswasserkörper derzeit schlecht bewertet sei, die Wasserqualität des Biberbachs jedoch "top" sei.