Ab dem neuen Jahr werden die Standesämter Sonnefeld und Coburg zusammenarbeiten. Für die Bürger ändert sich wenig. Die Kompetenzen der Standesämter werden dadurch gestärkt.
"Hier finden Zusammenkünfte statt", sagte der Coburger Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD), "im wahrsten Sinne des Wortes." Der Trausaal im Coburger Bürglaßschlößchen war nicht ohne Symbolkraft, um dem etwas sperrigen Begriff der interkommunalen Zusammenarbeit Glanz und Bedeutung zu verleihen.
Denn ab dem 1. Januar des kommenden Jahres werden die Standesämter Sonnefeld und Coburg in der Verwaltung zusammengelegt. Ziel dabei ist es, die Kompetenzen zu stärken, ohne jedoch Eigenständigkeiten, sondern den Bürgern den bisherigen Service weiterhin zu bieten.
Die Zuständigkeiten bleiben
Das heißt, für die Sonnefelder ändert sich nichts. Die Veränderungen finden im Hintergrund statt. "Hier wird niemandem etwas von seiner Zuständigkeit genommen", erklärt Tessmer. Er kann die Bürger aus dem Landkreis beruhigen, Trauungen etwa müssen nicht in Coburg vollzogen werden, sondern bleiben den Städten vorbehalten.
Wichtig ist Tessmer, dass die Gemeinden in der Verwaltung zwar zusammenwachsen, aber Sonnefeld nichts von seiner Eigenständigkeit verliert.
Die Stadt ist damit die dritte Gemeinde nach Großheirath (seit 2015) und Lautertal (seit 2016), die an das Standesamt in Coburg angegliedert wird. "Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht", sagt Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD): "Auf Augenhöhe können wir zusammenarbeiten." Im Coburger Stadtrat wurde die Reform einstimmig angenommen.
Hinzugewinn an Kompetenzen
Michael Keilich (CSU), Bürgermeister von Sonnefeld, erklärt, dass nach Personalwechseln im Standesamt Sonnefeld die Frage aufkam, wie es weitergehe. Zwar sei das Amt mit seinen Öffnungszeiten durchaus bürgerfreundlich.
Jedoch schilderte er den Fall, dass Beamte zum Teil mit komplizierten Fällen, etwa Verheiratungen mit Personen, die nicht aus dem EU-Gebiet kommen, einfach Personal binden würden. Solch ein Fall dauere schon einmal Stunden. Wäre es noch bürgerfreundlich, wenn Bürger deswegen warten müssten, fragt er rhetorisch.