Mit dem Drahtesel zum "Club"
Autor: Redaktion
Scherneck, Dienstag, 30. April 2019
Im Rahmen der Aktion "Mittendrin statt nur am Fernsehen" besucht der TSV Scherneck deutsche Bundesligastadien. Am Freitag, 10. Mai, geht es auf dem Fahrrad zum Spiel des 1. FC Nürnberg gegen Borussia Mönchengladbach.
"Die Idee entstand am Stammtisch", gibt Andreas "Andy" Wedel vom TSV Scherneck unumwunden zu. Wedel, zugleich Spielleiter der Alten Herren, fehlte etwas im Verein: "Wir haben uns gefragt, wie wir den Zusammenhalt im TSV stärken können. Spät in der Nacht setzten wir uns in den Kopf, alle Stadien der aktuellen Bundesligisten zu besuchen."
Eine "Bierlaune-Idee"
Das war im Winter 2008, also vor über elf Jahren. Damals im Sportheim mit dabei war Sven "Siegi" Siegel: "Der in der Bierlaune geborene Gedanke reifte schnell zu einem Konzept."
Am 23. Mai 2009 hieß es dann zum ersten Mal "Mittendrin statt nur am Fernsehen! Mit dem TSV Scherneck die Fußball-Bundesliga erleben". Das Premierenspiel war gleich ein Hochkaräter zweier Traditionsklubs, im Borussia-Park empfing Mönchengladbach den Namensvetter aus Dortmund. Endergebnis 1:1. Das Aufeinandertreffen dieser beiden Borussen-Vereine mit großer Vergangenheit begründete gleichzeitig die neue Tradition der Schernecker: zwei Mal pro Jahr ging es fortan mit dem Bus auf große Reise zu den Bundesligastadien Deutschlands. Dabei setzen sich die Aktionen in zweierlei Hinsicht von Fanclub-Fahrten ab.
Bunt gemischte Fankultur im Bus
Zum einen ist die Fankultur des TSV bei den Stadionbesuchen bunt gemischt. "Zwar einen uns die schwarz-gelben Vereinsfarben, aber ich liebe den HSV, Andy unterstützt Gladbach, es fahren viele Bayern-, Nürnberg-, Dortmund-Fans und so weiter mit", stellt Sven Siegel klar.
Darüber hinaus gehe es für die beiden Schernecker um mehr als das reine Stadionerlebnis. "Bei Fanclub-Fahrten geht es oft zum Spiel und direkt nach Abpfiff wieder auf Heimreise. Wir versuchen uns bei jedem Spiel vorher unters Volk zu mischen", so Wedel.
Dadurch entstanden über die Jahre einige an interessanten und kuriosen Anekdoten, die die beiden in bester Erinnerung behalten haben. "In Bremen ging es mit einem Dampfer auf der Weser zum Spiel gegen Frankfurt, direkt am Stadion war eine Anlegestelle", weiß Siegel zu berichten. In Leverkusen stand 2012 vor der Partie gegen Nürnberg eine Stadionbesichtigung auf dem Programm. Dabei hätten die hiesigen Sicherheitsleute auch Jürgen Gelsdorf, seines Zeichens Coach der Werkself, genauer unter die Lupe genommen. Siegel: "Ich habe gerufen, ihr spinnt doch! Das ist euer eigener Trainer!"
Weihnachtsmarkt mit Marschall
Auch eine Begegnung mit Olaf Marschall blieb Andreas Wedel gut in Erinnerung. Vor dem Spiel auf dem Betzenberg zwischen Kaiserslautern und Schalke, mischte sich die Schernecker Reisegruppe unters Volk in der Innenstadt und traf prompt auf dem Weihnachtsmarkt auf Olaf Marschall, eine Legende der "Roten Teufel".