Sechs Spiele, vier Niederlagen, Tabellenplatz 13: Der HSC Coburg hat Konsequenzen aus dem Fehlstart gezogen und sich von Trainer Alois Mraz getrennt. Das teilte der Handball-Zweitligist am Mittwoch mit. Mraz hatte den HSC im vergangenen Sommer von Jan Gorr übernommen, der auf die Position des Geschäftsführers gewechselt war. Zuvor hatte Gorr in der abgebrochenen Saison 2019/2020 zum zweiten Mal den Aufstieg in die Bundesliga geschafft.

Das Abenteuer Oberhaus startete der HSC mit Mraz an der Seitenlinie. Der Tscheche trat in Coburg seine erste Trainerstelle im Profi-Bereich an, nachdem er zuvor beim TV Hüttenberg im Nachwuchs gearbeitet hatte. Weil in der vergangenen Saison vier Mannschaften aus der Bundesliga absteigen mussten, war das Unterfangen Klassenerhalt für die Coburger ein schwieriges - als Tabellenletzter stieg der HSC aber sang- und klanglos ab.

Vor der neuen Zweitliga-Saison leiteten die Coburger einen Umbruch ein. Acht Spieler hatten den Klub verlassen, sechs neue kamen hinzu. Nach sechs Spieltagen und nur zwei Siegen sahen sich die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. "Leider haben uns die ersten Spiele der aktuellen Saison gezeigt, dass sich die erhoffte positive Weiterentwicklung nicht im gewünschten Maße eingestellt hat. Aus diesem Grund haben wir nach reiflicher Überlegung entschieden, zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison einen Wechsel auf der für uns so wichtigen Trainerposition vorzunehmen", erklärt Geschäftsführer Jan Gorr.

Gorr weiter: "Diese Entscheidung fällt uns vor allem auf persönlicher Ebene mehr als schwer. Alois hat sich nicht nur mit großem Engagement für unseren Verein eingesetzt, sondern er hat sich auch immer vor seine Spieler gestellt und als tadelloser Sportsmann gezeigt. Wir wünschen ihm und seiner Familie für den weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute."

Ein Däne übernimmt

Zur Nachfolge wird es keine Interimslösung geben, sondern einen neuen Trainer, der einen Vertrag bis Ende der Saison 2022/2023 unterschrieben hat: Mit Brian Ankersen kommt ein junger, hochtalentierter Trainer zu den Coburgern und wird bereits am Samstag zum nächsten Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen auf der Bank sitzen. Ankersen ist den Coburgern sehr positiv aufgefallen, als er in der vergangenen Zweitligasaison die SG BBM Bietigheim drei Monate vor Saisonschluss in einer schwierigen Phase übernommen hat und dort von den drohenden Abstiegsplätzen auf Platz 6 führte.

Warum die Entscheidung auf Ankersen fiel, erklärt Jan Gorr: "Wir möchten mit einem Trainer zusammenarbeiten, der sich mit unserer Philosophie, dem Coburger Weg, vollumfänglich identifiziert und sich mit Haut und Haaren dafür einsetzt. Bereits mit dem ersten Gespräch hat Brian uns diesen Eindruck vermittelt. Jetzt liegt es auch an der Mannschaft, ihm in der Kürze der Zeit einen guten Einstieg zu ermöglichen. Wir sind davon überzeugt, dass wir genügend Qualität in unserem Spielerkader haben und die Jungs zusammen mit Brian das bis zum Jahresende auch beweisen werden."

Zur Person Brian Ankersen:

Der in Deutschland geborene Däne Brian Ankersen ist 33 Jahre alt und hat als aktiver Spieler in der 1. Liga in Dänemark und Montenegro sowie in der 3. Liga in Deutschland gespielt. Bereits früh in der Trainerkarriere hat er sich der Förderung junger Spieler verschrieben und hier unter anderem im Nachwuchsbereich des Spitzenteams der Frauenhandball-Bundesliga in Bietigheim gearbeitet.

"Als ich die Anfrage aus Coburg erhielt hat mich das sehr geehrt. Ich freue mich riesig auf die Zusammenarbeit und sehe im Team als auch im Verein ein sehr großes Potenzial. Die Gespräche mit Jan Gorr waren extrem gut und ich spüre, dass der Verein und ich für die gleichen Werte stehen. Außerdem legt der HSC Coburg viel Wert auf die Nachwuchsarbeit, die mir persönlich ebenfalls sehr am Herzen liegt. Ich hoffe, dass wir in Zukunft mit Leidenschaft und Emotionen attraktiven Handball spielen können, die Zuschauer begeistern und eine Siegermentalität zurückgewinnen können", sagt Ankersen.