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Handball

HSC 2000 Coburg: Trainer und Abwehrchef gesucht

Nur zwei Personalien sind beim HSC Coburg noch unklar, ansonsten ist der Erstliga-Aufsteiger aber gut aufgestellt für die stärkste Liga der Welt. Wer bisher kam, wer ging und wer vielleicht noch kommt - eine Bestandsaufnahme.
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Mit aller Gewalt versuchte Ex-Nationalspieler Erik Schmidt (links) den Ball bei der Europameisterschaft 2016 in Polen ins Tor der Dänen zu bekommen. Der ehemalige Kreisläufer der Berliner Füchse und zuletzt beim SC Magdeburg unter Vertrag stehende 2,04-Meter-Mann wird in diversen Handball-Foren in sozialen Netzwerken als möglicher Neuzugang beim HSC 2000 Coburg gehandelt.  Foto: Skarzynski, afp
Mit aller Gewalt versuchte Ex-Nationalspieler Erik Schmidt (links) den Ball bei der Europameisterschaft 2016 in Polen ins Tor der Dänen zu bekommen. Der ehemalige Kreisläufer der Berliner Füchse und zuletzt beim SC Magdeburg unter Vertrag stehende 2,04-Meter-Mann wird in diversen Handball-Foren in sozialen Netzwerken als möglicher Neuzugang beim HSC 2000 Coburg gehandelt. Foto: Skarzynski, afp

Noch zwei Namen fehlen. Der des künftigen Trainers und der eines - im besten Falle - bärenstarken Abwehrrecken. Ansonsten steht das Personal des HSC 2000 Coburg, mit dem der "Corona-Zweitliga-Meister" in das Abenteuer Liqui Moly HBL starten wird.

Der Ligaverband plant ab September wieder Punktspiele in der stärksten Liga der Welt und will in die Saison starten - mit Publikum! Bis dahin hat der Erstligist aus der Vestestadt Zeit, um sich personell perfekt aufzustellen und körperlich bestens vorbereitet zu sein.

Unsere Zeitung beleuchtet die aktuelle Situation. Welcher Spieler der "Gelb-Schwarzen" hat für die anstehende Saison und darüber hinaus noch einen Vertrag? Wer steht bisher als Neuzugang fest? Bei welchen Spielern ist die Situation noch unklar und wer stößt eventuell noch zum Kader?

Kontinuität ist Trumpf

Fest steht bereits, dass der HSC auf bewährte Kräfte setzt. Kontinuität ist Trumpf. Die Transfers hielten sich in Grenzen. Der spektakulärste Wechsel ging intern über die Bühne: Erfolgstrainer Jan Gorr löste Geschäftsführer Michael Häfner ab und sucht in diesen Tagen eifrig seinen eigenen Nachfolger.

Ob dieser Alois Mràz heißt - unsere Zeitung stellte den 41-Jährigen in der Wochenendausgabe in einem Trainer-Casting vor - ist noch offen. Jan Gorr bestätigte inzwischen Gespräche mit dem 139-fachen tschechischen Nationalspieler, der zuletzt als Jugend-Trainer beim VfL Gummersbach arbeitete. Er sei ein hervorragender Trainer mit viel Qualität und würde gut ins Anforderungsprofil des HSC passen, so Gorr. Ob es zur Einigung mit Mràz kommt, wird wohl im Lauf der nächsten Woche feststehen. Dann soll der neue HSC-Trainer bekanntgegeben werden.

Und was sagt der VfL Gummersbach dazu: "Dass es einen Verein aus der ersten Bundesliga gibt, der Gespräche mit Alois führt, ist uns bekannt. Das ist auch eine Anerkennung für seine Arbeit beim VfL. Sollte es dabei konkreter werden, werden wir im Sinne aller Beteiligten eine Lösung finden", sagt Geschäftsführer Christoph Schindler gegenüber der Fachzeitschrift "handball-world".

Die Aufstiegsmannschaft bleibt bis auf wenige Ausnahmen zusammen. Schmerzhaft sind die Abschiede der drei Youngster Max Jaeger (zum HC Erlangen), Marcel Timm (zu TBV Lemgo Lippe) und Lukas Wucherpfennig. Die bisherigen Hoffnungsträger Jaeger und Timm entschieden sich bereits vor längerer Zeit für die 1. Bundesliga, als noch unklar war, ob der HSC Coburg den Aufstieg schafft.

Beide, sowohl der flinke Linksaußen Jeager als auch Kraftpaket Timm, der sich in Coburg zum U21-Nationalspieler entwickelt hat, wollen nach eigenen Angaben den nächsten Schritt auf ihrer persönlichen Karriereleiter machen. Ähnliches gilt für den talentierten Wucherpfennig, der den HSC Coburg nach fünf Jahren verlässt. Wohin der 24-Jährige, der in der Spielzeit 2014/2015 eine Saison beim THW Kiel spielte und in Coburg stets im Schatten von Torschützenkönig Florian Billek stand, wechselt, steht noch nicht fest.

Einen Wechsel hat Sebastian Weber nicht mehr nötig. Der "alte Hase" hängt nämlich die Schuhe an den Nagel und steht den Coburgern künftig nicht mehr zur Verfügung. Der Mannschaftskapitän und Kreisläufer beendet nach 15 Jahren seine Laufbahn als Profihandballer.

Für diese Spieler wurde bereits "Ersatz" verpflichtet: Der prominenteste Neuzugang des HSC ist zweifelsohne Pouya Norouzi Nezhad. Er gilt als spektakulärer Handballer auf der Mittelposition, der für einen hohen Unterhaltungswert in der HUK-Arena sorgen soll. Die Zuschauer dürfen sich nach Aussage von Jan Gorr auf einen "Unterschied-Spieler" freuen. Norouzi Nezhad eilt allerdings in Handballerkreisen auch der Ruf nach, dass er zu oft den Alleinunterhalter auf der Platte spiele, in der Abwehr zu fahrlässig agiere und die Nebenleute verhungern lasse, wenn er erst einmal richtig in Wurflaune kommt. Die Fans dürfen jedenfalls gespannt sein auf den eigenwilligen Iraner und werden sich ihr eigenes Bild machen.

Genauso wie auf zwei neue Hoffnungsträger, die perfekt in das Konzept des gern zitierten "Coburger Wegs" passen würden: Rechtsaußen Paul Schikora und Kreisläufer Justin Kurch wechseln aus der Reserve des Erstligisten SC Magdeburg zum HSC. Beide wollen sich in Coburg weiterentwickeln und in der Eliteliga für Furore sorgen - ein durchaus ehrgeiziges Ziel für das "Haifischbecken" 1. Liga.

Über Erik Schmidt wird spekuliert

Gespannt dürfen die Fans auf den angekündigten vierten Neuzugang sein. In den sozialen Netzwerken wurde zuletzt bereits spekuliert. Dort ist auch von einem ehemaligen deutschen Nationalspieler die Rede, nämlich von Erik Schmidt.

Der 2,04 Meter große Kreisläufer spielte in der abgebrochenen Serie ebenso wie die beiden bereits verpflichteten Perspektivspieler Schikora und Kurch beim SC Magdeburg. Allerdings nicht in der Reserve, sondern in der 1. Mannschaft. Zuvor ging der 28-Jährige für die Füchse Berlin auf Torejagd und gewann im Trikot der Hauptstädter 2018 den EHF-Pokal.

Schmidt verfügt über besondere Qualitäten als Abwehrspieler und würde auch deshalb die Voraussetzungen für den letzten Neuzugang des HSC erfüllen. Was allerdings gegen Schmidt spricht, ist seine Position. Denn auf dem Kreisläufer-Posten stehen mit Zeman, Kurch und Kelm bereits drei Spieler zur Verfügung.

Apropos Kelm. Der zuverlässige Mann aus der Geschäftsstelle des Bundesliga-Aufsteigers ist einer von zwei sogenannten "Notnagel-Spielern" des HSC 2000 Coburg. Während er noch einen Vertrag bis 2021 hat, läuft der von Girts Lilienfelds demnächst aus. Ob und in welcher Mannschaft der Linkshänder künftig aufläuft, wurde vom Verein bisher noch nicht kommuniziert.

Die Vertragsspieler

Torwart: Jan Kulhánek 2015 bis 2021 Konst. Poltrum 2018 bis 2021 Fabian Apfel 2018 bis 2022 Linksaußen:

Max Preller 2018 bis 2021 Felix Sproß 2017 bis 2021 Rechtsaußen: Paul Schikora 2020 bis 2022 Florian Billek 2014 bis 2021 Rückraum Links: Andi Schröder 2019 bis 2021 Christ. Neuhold 2018 bis 2021 Rückraum Mitte: Tobias Varvne 2017 bis 2021 Pouya Norouzi 2020 bis 2022

Rückraum Rechts: Jakob Knauer 2017 bis 2021 Pont. Zetterman 2018 bis 2022

Kreisläufer: Dominic Kelm 2009 bis 2021 Justin Kurch 2020 bis 2022 Stepan Zeman 2019 bis 2021