FC Coburg: Oft schön, aber nicht erfolgreich
Autor: Dirk Meier
Coburg, Freitag, 27. Dezember 2019
Das Tageblatt zieht eine Zwischenbilanz für alle vier Landesliga-Klubs aus der Region. Den Anfang unserer Serie macht der FC Coburg, der den Erwartungen nach einer bislang unruhigen Runde hinterherhinkt.
Das hatten sich im Lager des FC Coburg alle anders vorgestellt. Denn die Coburger liegen zur Winterpause in der Landesliga Nordwest nur auf dem vorletzten Platz, der am Ende der Spielzeit den Abstieg in die Bezirksliga zur Folge hätte. Der Rückstand auf einen Relegationsplatz ist auf fünf Punkte angewachsen, das rettende Ufer ist gar schon neun Zähler entfernt. Im Jahr 2020 stehen nur noch zwölf Spiele aus, da wird es für den FCC schwer, sich noch vor dem Gang in die siebte Liga zu retten.
Viele Probleme, die zum schwachen Abschneiden beigetragen haben, waren hausgemacht. Hinzu kam Verletzungspech von Leistungsträgern, die dadurch nicht ihre Normalform erreichten. Transfers sind aber in der Winterpause nicht geplant, es sei denn, es ergibt sich überraschend etwas.
Relegationsplatz ist das Ziel
Alexander Grau, der vor dieser Saison den Trainerposten nach fünf Jahren beim Ligakonkurrenten FC Lichtenfels gegen den des Sportlichen Leiters beim FC Coburg eingetauscht hat, ist nicht zufrieden. Zwar hält der 41-Jährige nichts von Schwarzmalerei, aber Grau ist Realist genug, um die Lage objektiv einschätzen zu können: "Nur 17 Punkte aus 22 Spielen, das ist mehr als enttäuschend. Darüber müssen wir alle uns im Klaren sein. Jetzt noch vom direkten Klassenerhalt zu sprechen, ist Träumerei. Es wird schon schwer genug, noch einen Relegationsplatz zu erreichen, denn wir haben ja schon fünf Punkte Rückstand.”
Im bisherigen Saisonverlauf erreichte der FC Coburg einen Schnitt von 0,77 Punkten pro Spiel. Der Sportliche Leiter rechnet vor: "Wir brauchen für den direkten Klassenerhalt aus zwölf Spielen noch etwa 24 Punkte, und das ist ein Schnitt von zwei Punkten pro Spiel."
Diesen Schnitt weisen die Spitzenklubs auf, die um den Aufstieg spielen. Einen Durchschnitt mit einer Zwei vor dem Komma hat nur der überragende Spitzenreiter Vatanspor Aschaffenburg erreicht, selbst der Zweite Alemannia Haibach liegt mit 39 Punkten aus 22 Spielen darunter: "Man soll nie nie sagen, aber den direkten Klassenerhalt noch zu erreichen, das wird sehr schwer werden”, weiß Grau aus langjähriger Erfahrung.
Verletzungen und Unerfahrenheit
Wie ist es zu dieser sportlich prekären Situation gekommen? Zum einen wurde der FC Coburg, genauso wie der VfL Frohnlach, FC Lichtenfels, SV Friesen und der SV Memmelsdorf, im Sommer von der Nordost- in die Nordwest-Staffel verschoben.