Aus einem Verdachtsfall wurden vier bestätigte Fälle: Beim Handball-Bundesligisten HSC 2000 Coburg hat sich das Coronavirus ausgebreitet. Wie der Klub mitteilte, haben sich drei weitere Spieler infiziert. Zuvor war bekannt, dass sich ein Profi - nach Tageblatt-Informationen Dino Mustafic - mit dem Virus angesteckt hatte. Nun stieg die Zahl der infizierten Profis auf vier. Wer die drei weiteren Spieler sind, gab der HSC nicht bekannt. Alle Spieler und das Trainerteam befinden sich seit Bekanntwerden des ersten positiven Tests am Samstag bis auf Weiteres in häuslicher Quarantäne. Zwei der erkrankten Spieler zeigen grippeähnliche Symptome.

"Am wichtigsten ist es jetzt, dass die Jungs schnell wieder fit werden und keine schwerwiegenden Symptome entwickeln. Natürlich ist die Situation auch sportlich nicht einfach, gerade in dieser Phase der Saison. Allerdings steht die Gesundheit über allem. Ich bin froh, dass wir so schnell reagieren konnten und somit sicherlich weitere Infektionen vermieden haben", erklärt HSC-Geschäftsführer Jan Gorr, der sich ebenfalls in Quarantäne befindet.

Handball-Bundesliga: Spielabsagen für Coburg nach Corona-Infektionen

Die beiden Spiele gegen den TBV Lemgo Lippe und die Füchse Berlin wurden bereits verlegt. Die Quarantäne trifft die Coburger zur Unzeit. Sieben Punkte Rückstand hat der HSC auf den rettenden 16. Tabellenplatz in der Handball-Bundesliga (HBL). Die heiße Phase der Saison steht bevor, zumal die Coburger noch auf die direkten Konkurrenten HBW Balingen-Weilstetten, HSG Nordhorn-Lingen und TuSEM Essen treffen. Die Zwangspause ist ein Rückschlag.

Dass der Dienstag auch gute Nachrichten für die Coburger parat hatte, ging fast unter. Die Vestestädter haben die Lizenz für die Saison 2021/22 erhalten. Sie gilt sowohl für die 1. als auch die 2. Liga. "Wir sind froh, in diesen schwierigen Zeiten diese gute Nachricht bekommen zu haben", sagt Gorr. Die Lizenzerteilung sei eine "Weichenstellung" für hochklassigen Handball in Coburg. "Wir waren optimistisch, dass wir die Lizenz erhalten. Aber ganz sicher weiß man es eben erst, wenn die frohe Kunde aus der HBL-Zentrale kommt", lässt Gorr durchblicken, dass die Lizenzerteilung trotz der angespannten Corona-Lage nicht auf wackeligen Füßen stand.

Das ist nur beim Zweitligisten Wilhelmshavener HV der Fall. Als einziger der 39 Erst- und Zweitligisten hat der WHV die Lizenz unter Auflagen erhalten. Die Bedingung: Die bestehende Liquiditätslücke muss bis spätestens zum 12. Mai geschlossen werden. Schafft der WHV das nicht, wird die Lizenz nicht erteilt.

Handball-Bundesligist HSC Coburg: DHB erteilt Lizenzen

Bei der HBL ist man froh, dass das Lizenzierungsverfahren trotz Einnahmeverlusten positiv ausfällt. "Es ist den Geschäftsführern der Klubs gelungen, über einen längeren Zeitraum laufende Kosten, auch durch Gehaltsverzichte der Spieler, erheblich zu senken", wird Olaf Rittmeier, Mitglied der Lizenzierungskommission, in der Mitteilung der HBL zitiert. Es wirke sich positiv aus, dass die Sponsoren in der wirtschaftlich schwierigen Lage den Klubs weitestgehend verbunden bleiben. Und das, so Rittmaier, "sicher auch, weil es gelungen ist, den Spielbetrieb der Ligen bis dato aufrechtzuerhalten und so auch die TV-Präsenz zu sichern. Auch die Corona-Hilfen von Bund, Land und Kommunen tragen zur Existenzsicherung bei."

Damit haben die Coburger die Bestätigung, dass es mit Spitzenhandball in Oberfranken weitergeht. Nach derzeitigem Stand wird das in der kommenden Saison wieder die 2. Bundesliga sein. Für dieses Unterfangen bastelt der HSC am Kader, treibt den Umbruch voran und setzt den "Coburger Weg" weiter fort. Eine wichtige Personalie ist aber noch offen. Wer bildet in der neuen Saison mit Jan Kulhanek das Torwartgespann des HSC? "Wir werden kurzfristig einen neuen Torwart präsentieren", sagt Gorr. Mit der Bekanntgabe des Nachfolgers von Konstantin Poltrum, der zur SG BBM Bietigheim wechselt, ist noch in dieser Woche zu rechnen.