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Coburgerin Mia Grempel fliegt aufs Treppchen


Autor: Redaktion

Coburg, Dienstag, 12. März 2019

Die 14-Jährige vom WFC Coburg-Neukirchen brach sich im Dezember die Hand, sprang aber zuletzt in vier Wettbewerben um Medaillen.
Mia Grempel Foto: Markus Grempel


Für die erst 14-jährige Freestyle-Snowboarderin Mia Grempel vom WFC Coburg-Neukirchen ging es die letzten Wochen richtig rund. Verletzungsbedingt musste die Draufgängerin zwar auf viele Trainingseinheiten verzichten und leidet auch noch an den Folgen eines Handgelenkbruches, trotzdem zeigte sie erstaunliche und sehr mutige Leistungen.

Grempel hatte sich im Dezember das Handgelenk gebrochen. Dennoch konnte sie die Füße zuletzt nicht mehr stillhalten und wollte wieder fahren. Gleich vier Wettbewerbe standen in diesem Jahr bereits auf ihrem umfangreichen Programm, da sie auch ihre Teamkollegen nicht im Stich lassen wollte.

Tourstop Snowpark Nesselwang

Bei der "Junior Freestyle Tour" mit Tourstop im Snowpark Nesselwang - der kleine Park im Allgäu erfreut sich großer Beliebtheit - waren 50 Teilnehmer am Start. Mia Grempel startet in der Klasse U15. Die Route bestand aus drei Kickern, einer Box und einer Tube. Am liebsten wäre die Coburgerin die großen Kicker gesprungen, doch wegen ihre Handverletzung wählte sie die kleineren aus. Mit einem sauberen Lauf landete sie auf Platz 2.

Der nächste Tourstop der Junior Freestyle Tour war in Lenggries beim "Burning Boots Banked Slalom" - ein Slalomrennen mit Steilkurven, Sprüngen und Wellen. Grempel, die sehr gerne schnell fährt, heizte den Run wie fast keine zweite Fahrerin. Auf dem ersten Platz landete ein Mädchen aus dem deutschen Raceteam, und dahinter kam bereits das WFC-Mitglied ins Ziel. Von dort aus ging es direkt weiter zur deutschen Meisterschaft im "Big Air" am Götschen in der Nähe von Berchtesgaden. Big Air ist eine große Schanze auf der die Sportler ihre Tricks in der Luft springen. Die Plattform der Schanze war 16 Meter weit. Um sicher zu landen, waren 20-Meter-Sprünge gefragt. Die junge Coburgerin sprang zuvor noch nie auf so einer großen Schanze und war entsprechend nervös. Der Wettbewerb zählt zur FIS und die Starter sammelten Punkte für die Weltrangliste.

Riesensprung und FIS-Punkte

Teilnehmen durften alle deutschen Fahrerinnen, die sich für den Europacup qualifiziert hatten. Das waren lediglich vier - darunter Mia Grempel. Siegerin wurde die 21-jährige Nadja Flemming, Zweiter Marie Hahnl und Bronze holte sich Mia Grempel. Sie traute sich den Riesensprung zu, machte dabei zwei "Straight Airs" mit "Grabs". Der Contest fand am Abend unter Flutlicht statt. Eigentlich wollte Mia Grempel nach eigenen Worten "nur noch in mein Bett und schlafen, aber ich musste ja noch springen".

Nach zwei Tagen Pause startete sie ins Trainingslager ins Zillertal. Dort fanden zum Abschluss auch die bayerischen Meisterschaften in Oberammergau statt. Trotz ihrer Handprobleme entschloss sich Grempel in den Teambus zu steigen. Der Snowpark bestand aus zwei Kickern, zwei Rails (eine Art Treppengeländer) und einer Box. Grempel qualifizierte sich unter 20 Fahrerinnen für das Finale.

In ihrem entscheidenden Rennen machte sie einen "Front 180" über den ersten Kicker, dann einen "Switch Frontside 360", einen "50:50" und schließlich einen "50:50 180 off" am letzten Rail. Die Zuschauer jubelten, und selbst Nationaltrainer Bene beglückwünschte die Coburgerin zu dieser fantastischen Leistung. Die Punktrichter sahen es kritischer und verwiesen Grempel etwas überraschend nur auf den dritten Platz. "Ärgerlich, aber trotzdem okay", nahm es die Snowboarderin gelassen. Jetzt freut sie sich auf die deutsche Meisterschaft auf der Halfpipe und im Slopestyle in Kühtai.