Die führte Sie in die USA. Warum haben Sie sich für den Weg ans College entschieden und sind nicht direkt hier in Europa Profi geworden?
Der Hauptgrund war meine Ausbildung, ganz klar. Ich wollte einen Abschluss haben, und in England hätte ich die Kombination aus Ausbildung und Basketball nicht so funktioniert wie in den USA. Dazu hat jeder Basketballer den Traum von der NBA, und wenn man in der NCAA Division 1 spielt, gibt es eine Menge Aufmerksamkeit.
Wie ging es dann weiter nach Deutschland?
Ich habe eine Saison in der Slowakei gespielt. Dann hat der damalige Trainer von Koblenz mich bei Facebook angeschrieben, sagte, dass er an mir interessiert wäre, und kam in die USA, um mich trainieren zu sehen. Er hat mir erzählt, was sie vorhaben, und das klang gut - also wechselte ich nach Deutschland.
Wie würden Sie ihr Spiel beschreiben?
Ich bin ein physischer Spieler, ich nutze meine Athletik, um Würfe zu blocken, zu rebounden und hart am Brett abzuschließen. Ich kommuniziere viel in der Verteidigung und versuche ein guter Mitspieler zu sein: Meine Teamkollegen anfeuern, ihnen Energie geben - das ist mein Spiel, das hat mich hier hingebracht.
Sprechen wir über Sie als Person: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Ich trainiere im Fitnessstudio und gucke viel Sport - nicht nur Basketball. Da bin ich gespannt, was Coburg so zu bieten hat. Ich habe schon gehört, dass es hier ein Handballteam gibt, ich liebe Handball! Auch Volleyball, Beachvolleyball ... Ich bin einfach ein aktiver Typ. Ansonsten gucke ich gerne Filme und hänge einfach nur mit meinen Freunden rum. Letztes Jahr habe ich nebenher noch als Coach gearbeitet, mit Kindern. Ich werde selbst bald Vater - da werde ich alle Hände voll zu tun haben.
Sie wirken sehr aufgeregt, wenn es um den Nachwuchs geht ...
So sehr! Der errechnete Termin ist im Januar, hoffentlich nicht an einem Spieltag (lacht).
Was würden Sie machen, wenn Sie kein Basketballprofi wären?
Auf jeden Fall trotzdem etwas mit Sport. Meine Eltern haben meine Brüder und mich immer dazu angehalten, den Fokus auf unsere Ausbildung zu legen, wollten am liebsten, dass wir Anwälte oder Ärzte werden, aber ich war immer der Sportler. Also wäre ich wahrscheinlich Coach oder Personal Trainer, so etwas in die Richtung.
Was vermissen Sie aus England hier in Deutschland?
Dass die Geschäfte am Sonntag aufhaben (lacht). Am Wochenende hat man Zeit, und ich esse viel, da brauche ich Nachschub! Auch afrikanische Restaurants, wenn da jemand einen guten Tipp hat, bitte, sagt mir Bescheid. Und einen guten Friseur, das ist mir wichtig. Gerade am Spieltag muss ich gut aussehen.
Wie gut ist eigentlich Ihr Deutsch?
Ich spreche ein bisschen Deutsch. Ich habe dieses Jahr einen Deutschkurs gemacht, Level B2 - mein Deutsch ist gar nicht so schlecht. Aber die Interviews nach dem Spiel möchte ich bitte weiter auf Englisch machen, sonst stehe ich da und weiß nicht, was ich sagen soll.
Zum Abschluss: Ihre erste Liebe ist Fußball, haben Sie erzählt. Für welches Team schlägt Ihr Herz?
Ich bin ein "Gunner", mein Team ist der FC Arsenal! Wir haben einige Deutsche: Mesut Özil, Shkrodan Mustafi, Bernd Leno - der ist mein Lieblingsspieler momentan! Früher haben auch schon viele Deutsche für Arsenal gespielt: Lukas Podolski, Per Mertesacker und natürlich Jens Lehmann! Da gibt es also eine starke Verbindung nach Deutschland. Hoffentlich spielt Arsenal dieses Jahr mal in Deutschland, dann kann ich vielleicht ins Stadion. Oder ich gehe mal zu einem Nürnberg-Spiel. Das Gespräch führte Martin Vogel.