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So lief der Corona-Demo-Tag in Coburg


Autor: Sandra Hackenberg,Fajsz Deáky

Coburg, Donnerstag, 06. Januar 2022

Während auf dem Marktplatz für die Impfung und mehr Miteinander geworben wurde, spazierten Maßnahmen-Gegner durch die Innenstadt.
Diversität, Solidarität, mehr Verständnis für andere Meinungen und eine Gesellschaft, die wieder zusammenrückt: Das wünschen sich die Impf-Befürworter, die parallel zu dem Spaziergang der Coronamaßnahmen-Gegner eine Veranstaltung auf dem Marktplatz abhielten.


"Wir als Gesellschaft sind ein weiteres Mal gefordert, zusammenzuhalten. Also lasst uns ins Gespräch kommen." Das sagte der Coburger Bundestagsabgeordneter und Mediziner Johannes Wagner (Grüne) am Donnerstagnachmittag auf dem Coburger Marktplatz.

Hunderte Bürger und Akteure aus der Lokalpolitik hatten sich dort versammelt, während parallel eine ebenso große Schar Coronamaßnahmen-Gegnern einmal mehr durch die Innenstadt zog. Zum ersten Mal seit Beginn der Proteste gegen die politischen Entscheidungen hat das lokale Bündnis eine Gegenveranstaltung organisiert, um eine klare Botschaft in Richtung anderes Lager zu senden: "Wir wollen nicht gegeneinander sein. Wir sind eine Einheit!"

Nachdem die Beteiligten in einer Schweigeminute den Corona-Toten gedachten, dankten Wagner und Ulf Wunderlich (Linke) Ärzten, Pflegern, Rettungskräften, den "stillen Helden des Alltags", die in dieser Ausnahmesituation jeden Tag ihr Bestes für Andere geben. "Klatschen alleine reicht nicht. Diese Bereitschaft, sich für andere zurückzunehmen, das ist der Stoff, der stille Helden ausmacht."

Sich für Andere zurücknehmen, es ist das große Streitthema der Pandemie. Wann muss die Freiheit des Einzelnen zum Wohl der Gesellschaft zurückstehen? Da haben Impfgegner und -Befürworter völlig verschiedene Ansichten. "Ich finde es traurig, wie viele Menschen das Vertrauen in die Medizin und Wissenschaft verloren haben", meinte Johannes Wagner, der vor einem Jahr selbst auf der Corona-Station im Coburger Klinikum ausgeholfen hatte. "Die Impfung ist der einzige Weg raus aus der Pandemie und wir werden hoffentlich Antworten finden, mit denen wir alle zurechtkommen."

Bis es so weit ist, sei es wichtig, mit dem anderen Lager ins Gespräch zu kommen. Um nicht nur Phrasen, sondern auch Inhalte zu liefern, spielte das Bündnis immer wieder Podcasts ein, in denen Experten Corona-Fragen beantworten.

Just als die Veranstaltung nach eineinhalb Stunden offiziell beendet war, marschierte das Lager der Maßnahmengegner über die Spitalgasse auf den Marktplatz ein. Die Polizei sicherte den Platz ab, außer ein paar Parolen, die von beiden Seiten skandiert wurden, blieb es ruhig.

Einen ausführlichen Bericht über die Ansichten von Maßnahmen-Gegnern und -Befürwortern lesen Sie am Samstag im Coburger Tageblatt.