Schauen, wie es dem Wald im Coburger Land geht
Autor: Redaktion
LKR Coburg, Dienstag, 06. März 2018
Zurzeit läuft in den Wäldern die so genannte Verjüngungsinventur. Förster ermitteln, ob die Wilddichte für das jeweilige Revier noch verträglich ist.
In den kommenden Wochen streifen die Förster der Forstverwaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg/Lichtenfels wieder durch die Wälder im Coburger Land und am Obermain. Sie sind unterwegs, um durch Rehe verursachte Schäden an jungen Waldbäumchen aufzunehmen. Bei einer Auftaktveranstaltung im Raum Buch am Forst stellten Forstdirektor Oliver Kröner und Forstanwärter Fabian Tegge Waldbesitzern und Jägern das Aufnahmeverfahren vor.
Kröner erläuterte, dass die Verjüngungsinventur (früher als Verbissgutachten bezeichnet) alle drei Jahre stattfinde. Die Grundlage dafür stehe im Bayerischen Jagdgesetz. Dort sei festgelegt, dass bei der Abschussplanung für Rehe vorrangig der Zustand der Waldverjüngung zu berücksichtigen sei.
"Die Förster des AELF Coburg werden bis Mitte April an rund 500 Inventurpunkten rund 30 000 junge Waldbäumchen begutachten", so Forstanwärter Fabian Tegge. Wenn Rehe zu viele Knospen abbeißen oder Rehböcke mit ihrem Gehörn die Rinde der Stämmchen abstreifen, sei dies für Waldbesitzer ein wirtschaftlicher Schaden, erläuterte Tegge. Zudem würden sich für Verbiss unempfindliche Baumarten wie die Fichte gegenüber empfindlichen Baumarten wie der Eiche durchsetzen, was für künftige gemischte, klimatolerante Wälder problematisch sei.
Transparentes Verfahren
Forstdirektor Kröner wies darauf hin, dass es sich bei der Verjüngungsinventur um ein transparentes Verfahren handle. Alle Jagdvorsteher und Jäger seien angeschrieben worden und konnten sich zur Teilnahme an der Inventur anmelden. Die aufgenommen Daten werden von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft ausgewertet und die Ergebnisse im Sommer an alle Jagdvorsteher und Jäger versandt. Kröners Aufgabe ist es dann, für die 14 Hegegemeinschaften mit durchschnittlich jeweils 18 Jagdrevieren die Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung zu erstellen.Dabei werde gutachtlich festgestellt, ob der Rehwildverbiss günstig, tragbar, zu hoch oder deutlich zu hoch sei. Ebenso werde eine Empfehlung ausgesprochen, ob der Rehwildabschuss bei der nächsten Abschussplanung gesenkt oder beibehalten werden kann beziehungsweise erhöht oder deutlich erhöht werden soll.
Für die meisten Jagdreviere würden darüber hinaus sogenannte ergänzende revierweise Aussagen erstellt, so Forstdirektor Kröner. "Sie stellen das Feintuning dar und beleuchten die Wald-Wild-Situation in den einzelnen Jagdrevieren", erläuterte Kröner. Sofern Jagdgenossen und Jäger dies wünschen, würden die Entwürfe der revierweisen Aussagen bei Jagdrevierbegängen zur Diskussion gestellt und die Aussagen anhand von Verjüngungsflächen auf ihre Richtigkeit hin verprobt.
Seinen Abschluss finde das Verfahren in gut einem Jahr bei der Rehwild-Abschussplanung für die nächsten drei Jahre, blickt Kröner voraus. Jagdvorstände und Jäger müssten die Abschussempfehlungen der Gutachten und die Einschätzungen der revierweisen Aussagen bei ihren Abschussvorschlägen entsprechend berücksichtigen. Aufgabe der Unteren Jagdbehörden an den Landratsämtern Coburg und Lichtenfels und bei der Stadt Coburg sei es dann, gesetzeskonforme Vorschläge zu bestätigen, erforderlichenfalls aber auch abweichende Festsetzungen vorzunehmen.