Die Puppenstadt war am Samstag im Ausnahmezustand. Tausende waren auf den Beinen, überall standen Busse und Autos mit fremden Kennzeichen, zum Teil aus fernen Ländern. Ein Parkplatz war nur schwer zu bekommen. Denn die Stadt Neustadt bei Coburg hatte in diesem Jahr die große Ehre, das 39. Treffen der Neustadt-Städte in Europa ausrichten zu dürfen. Gleichzeitig fand am Samstag auch das 469. Kinderfest in traditioneller Form, wie viele es noch kennen, statt.

Der Festumzug mit rund 1400 Kindern aus den Neustadter Schulen und rund 1000 Neustadt-Einwohnern aus 30 Neustadts in Europa war der Höhepunkt des Festes. Auf der 3,2 Kilometer langen Zugstrecke, die in diesem Jahr 800 Meter länger war als im vergangenen, säumten Tausende von Besuchern die Straßenränder. Geboten wurde ihnen ein farbenprächtiger Umzug. Viele Umzugsteilnehmer trugen historische Gewänder. Nicht wenige Neustadter, die an der Festzugstrecke wohnen, machten ein Familientreffen daraus.


Nicht ohne Bratwurst

Angeführt wurde der Umzug von der Harlekinfahne und von der Neustadter Puppenfee sowie vom Stadtrat der Puppenstadt. Natürlich durfte die Trachtengruppe nicht fehlen. Auch die Bratwurst wurde mitgeführt. Die Schulen hatten sich mit den Neustadt-Städten in Deutschland und in Europa beschäftigt und stellten die Besonderheiten dieser Städte im Festzug dar. So waren Festwagen und Kostüme gebastelt worden, die im Zug stolz mitgeführt und präsentiert wurden. Die Kinder und Jugendlichen, die sichtlich mit viel Freude bei der Sache waren, vertraten recht würdig auch die Neustadts, aus denen niemand angereist war oder dies nicht hatten möglich machen können.

In der Marienstraße kamen die über 100 Gruppen des Festzug zusammen. So hatten die Festzugteilnehmer einmal die Gelegenheit, einen kleinen Teil des Umzugs selbst anzusehen. Nach dem Umzug ging es dann zum Schützenplatz, wo Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) alle Anwesenden begrüßte. Dort fand auch der traditionelle Staffellauf statt, den die Mittelschule "Am Moos" gewann. Mit großem Interesse wurden auch die Freiübungen verfolgt. Sie boten vom angrenzenden Hügel aus ein sehr beeindruckendes Bild. Die Grundschüler zeigten wieder den Neustadter Volkstanz, den "Rutscher". Viele Menschen waren so begeistert, dass sie auch außerhalb des abgesperrten Bereichs mittanzten. Der Kletterbaum auf dem Schützenplatz war wieder voll mit verschiedenen Preisen.


Die Preise hingen hoch

Doch nicht alle schafften es, mit nackten Füßen auf dem Baum zu klettern und sich ein Geschenk zu holen. "Da muss ich noch üben, im nächsten Jahr schaffe ich es", war von dem sechs Jahren alten Klaus zu hören. In ganz Neustadt war am Samstag einiges geboten. Auf dem Marktplatz gab es ein Konzert einer Kapelle aus Bad Neustadt an der Saale. Außerdem waren dort die Stelzenläufer aus Suhl und fertigten für Kinder kleine Ballontierchen. In den aufgestellten Zelten stellten sich die Neustadts in Deutschland und in Europa vor. Dabei gab es leckere Spezialitäten aus den Städten zum Probieren. Aber auch der Arnoldsplatz mit vielen Verkaufsständen und musikalischer Unterhaltung lud zum Verweilen ein. Bereits am Freitag hatte die Neifeier stattgefunden und zum gestrigen Sonntag gehörte das bekannte Marktfest.

Für die Sicherheit sorgten neben den Einsatzkräften der Polizei rund 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr Neustadt und der BRK-Bereitschaft Neustadt, die mehrere kleinere Wehwehchen zu versorgen hatte.