Das Wichtigste ist für die Mitglieder der Neapoltania die Pflege von Freundschaften und Kontakten. Deshalb haben sich die Neustadter in kontaktarmen Corona-Zeiten etwas Neues einfallen lassen: Donnerstags gibt es in der Bayerischen Puppenstadt jetzt immer einen "Online-Stammtisch".

Das vielseitige Programm, das die jungen Mitglieder der "Neap" jedes Jahr aufstellen, ist damit um eine Attraktion reicher. Viele der über das gesamte Bundesgebiet verstreuten Bundesbrüder nutzen gerne die Gelegenheit, um sich bei den verschiedenen Veranstaltungen wieder einmal in ihrer Heimatstadt zu treffen und miteinander auszutauschen.

Jetzt können sie das sogar wöchentlich via Bildschirm tun. Und ein, zwei Bierchen dürfen dabei am Schreibtisch ausnahmsweise nebenbei auch einmal verköstigt werden.

"Was tun, wenn Kneipen und Kommerse, ja sogar der mittlerweile fest im Kalender verankerte Cocktailabend abgesagt werden müssen? Eine Situation, die es allenfalls während der beiden Weltkriege gab", weiß Moritz Fischer. Not macht erfinderisch, und so dachte sich der derzeitige Erstchargierte "warum nicht übergangsweise das Verbindungsleben in den virtuellen Raum verlegen?" Gesagt, getan und so wurde kurzerhand vor zwei Wochen zum ersten neapolitanischen Online-Stammtisch eingeladen.

Seither finden sich im World Wide Web jeden Donnerstagabend zwischen zehn und 15 Bundesbrüder, Damen und Gäste ein, um trotz der bestehenden Beschränkungen weiterhin den Kontakt zu halten. Bis nach Dortmund hallte der Ruf dieser Notlösung. Schließlich ist "die Neap" für viele die schönste Nebensache der Welt. An Gesprächsstoff mangelt es jedenfalls nicht. Sogar ein richtiges Kneipen-Quiz wurde bereits abgehalten.

Vorfreude auf die Kneipe

Auch wenn also der Reiz des Neuen nicht von der Hand zu weisen ist, sind sich alle Beteiligten einig: Sobald die Möglichkeit wieder besteht, wird als erste Veranstaltung eine traditionelle Kneipe stattfinden. Die Vorfreude darauf steht allen Teilnehmern - auch über den Bildschirm - eindeutig schon ins Gesicht geschrieben.

Und das sagen die Stammtischbrüder dazu:

Über Studium, Abi und warum das "Brunsbier" für Theo noch warten muss Erfahrungen austauschen, ernste Thema in Krisenzeiten diskutieren, aber auch scherzen und über die Vergangenheit schmunzeln. Beim ersten Online-Stammtisch der Neapolitania ist nahezu alles erlaubt. Sport, Politik, tolle Autos und schöne Frauen. Alles kommt auf den "Schirm". Hier ein paar Stimmen von den Stammtischbrüdern: Wolfgang Rebhan: "Klasse, was die Jungs da auf die Beine gestellt haben. Viele haben ja gerade andere Sorgen: Was ist mit den Abiturprüfungen, wie läuft das Studium? Am Stammtisch wird darüber diskutiert. Aber dass unsere altehrwürdige Neap als Rahmen gewählt wird, macht uns Alte Herren ein wenig stolz. Das zeigt, dass deren Konzept auch heute noch aktuell ist."

"Fuxmajor" Patrick Schreier: "Gerade jetzt, da sind wir uns Bundesbrüder alle einig, ist es wichtig, in Verbindung zu bleiben. Schüler können sich über die Konsequenzen für die Schule und das Abitur austauschen. Die Studenten, wie ihre Universität reagiert. Und da gibt es erhebliche Unterschiede. Der übliche Austausch in der Schule oder Hochschule ist völlig zum Erliegen gekommen. Durch unsere Verbindung kann man sich auch einfach mal über Sorgen und Nöte austauschen. Wir sind wirklich froh, dass es diese Möglichkeit gibt."

Dominik Heike: "Der Stammtisch ist ein Riesenspaß und eine willkommene Abwechslung zum Homeoffice. Wir hoffen aber dennoch, dass wir uns alle bald wieder zusammen an einen Tisch setzen können."

Philipp Greiner: "Meine Frau und ich haben vor zwei Wochen Nachwuchs bekommen. Als ich unseren kleinen Theo den Bundesbrüdern vorstellen konnte, gab das natürlich ein riesen Hallo. Nur auf das Brunsbier müssen die Jungs noch etwas warten..."

"Kartgötter": Wenz und Geier am Bildschirm "klopfen" Was ist nicht alles möglich in diesen angeblich so langweiligen Zeiten. Die "Kartgötter", ein Zusammenschluss von kartbegeisterten jungen und älteren Leuten aus Neustadt und Umgebung, "klopfen" derzeit regelmäßig via Bildschirm.

Die Spieler treffen sich zu einem vereinbarten Zeitpunkt vor dem Computer oder mit ihren Smartphones zum Schafkopfkarten. "Fünf kurzweilige Abende mit Wenz, Geier und Solo Tout haben wir bereits hinter uns", schwärmt Marco Roßbach von der gelungenen Online-Initiative.

34 Mitglieder seit 2003

Er ist Gründungsmitglied des 2003 aus der Taufe gehobenen Klubs, der derzeit stolze 34 Mitglieder zählt. Über eine Konferenzschaltung via WhatsApp schließt sich ein Quartett zusammen und haut sich die Wenz und Geier um die Ohren.