Eigentlich dürfen auch in der Region die Museen ab Montag wieder für Besucher öffnen - wenn auch zunächst nur für angemeldete Besucher. Eigentlich - denn in der Praxis wird das trotzdem nicht sofort möglich sein. Das gilt für die Kunstsammlungen der Veste Coburg samt Glasmuseum in der Rosenau ebenso wie für das Puppenmuseum und das Naturkunde-Museum.

Warum aber dauert das nach den Beschlüssen von Bund und Ländern am Mittwoch so lange bis zur konkreten Umsetzung? Das hat gleich mehrere Gründe. Denn nach den Bund-Länder-Beschlüssen tagte am Donnerstag erst noch der Landtag in München. Und bis die dort beschlossenen Regelungen über die zuständigen Ministerien schließlich bei den Museen zur konkreten Umsetzung landen, vergehen mehrere Tage.

Neue Sonderausstellung

Für Sven Hauschke, den Direktor der Kunstsammlungen, ist klar, dass die Wiederöffnung der Veste mindestens eine Woche Vorlaufzeit benötigt. Das liegt nicht nur an den noch fehlenden präzisen Anweisungen aus München. Vielmehr habe diese Verzögerung auch damit zu tun, dass ein beträchtlicher Teil des Aufsichtsdienstes mit Hilfe externer Dienstleister bewältigt werde. Diese wiederum müssten ihr Personal auch erst wieder zur Verfügung haben.

Klar ist aber auch, dass die Kunstsammlungen vom ersten Tag an ihren Besuchern Neues zu bieten haben - die neue Studioausstellung "Schön wie ein Schadow - Das Porträt der Fortunata von Friedrich Müller", deren Laufzeit bis 22. August wegen der vorangegangenen Schließung verlängert werde.

Weil absehbar war, dass der ursprüngliche Termin zur Eröffnung der Ausstellung wegen der Lockdown-Verlängerung nicht gehalten werden könne, habe man vorsorglich im Vorfeld bei den Leihgebern angefragt, ob die Exponate zwei Monate länger auf der Veste bleiben könnten. Nach der Wiedereröffnung der Kunstsammlungen gelten zunächst noch die Öffnungszeiten für das Winterhalbjahr von Dienstag bis Sonntag von 13 bis 16 Uhr.

Seit November geschlossen

Grundsätzlich bereit zur Wiedereröffnung ist auch das Naturkunde-Museum im Hofgarten. Aber auch dort wartete Museumsleiter Carsten Ritzau noch auf die konkreten Vorgaben der übergeordneten Dienststelle, der Coburger Landesstiftung. "Wir würden gerne wieder öffnen. Schließlich haben wir nun schon seit November geschlossen", so Ritzau: "Wir wollen ja nicht, dass sich unsere Besucher den Museumsbesuch komplett abgewöhnen.

Vorbereitet auf die Wiedereröffnung ist auch das Puppenmuseum in der Rückertstraße. Museumsleiterin Christine Spiller wartet allerdings ebenfalls auf die genauen Anweisungen der Stadt - und dafür muss die neue Fassung der entsprechenden Verordnung des Freistaats vorliegen.

Sonderschau im "Rückert 3"

"Wir wissen noch nicht genau, wie wir das handhaben werden, aber eine Öffnung für Besucher nach Terminanfrage wird "in irgendeiner Form möglich sein", ist sich Spiller sicher: "Bei uns besteht ja nicht das Problem, dass wir überlaufen sind."

Übrigens: Eine neue Sonderausstellung ist bereits aufgebaut. Gemeint ist die Präsentation im Sonderausstellungsraum "Rückert 3", die dem Coburger Heilpraktiker und Maler Helmut Brühl gewidmet ist.