Es gibt ein Zwischenfazit zur bayernweiten Zählaktion "Stunde der Gartenvögel". Diese drei Vögel wurden im Coburger Land am häufigsten gesehen.
"Im Coburger Land wurden in diesem Jahr 3.211 Vögel in 102 Gärten gezählt", berichtet Diplom-Biologe des LBV Coburg, Gerhard Hübner in einer Pressemitteilung.
"Das Ranking bei uns sieht folgendermaßen aus: Der Spatz kommt im Coburger Land auf den ersten Platz. Mit 477 Sichtungen hat er mit Abstand den Schnabel vorn vor der Amsel, die in diesem Jahr mit 360 Meldungen den zweiten Platz belegt. Anders als in ganz Bayern nimmt der Feldsperling bei uns Rang 3 ein, der 360 Mal in unseren Gärten beobachtet wurde. Das übrige Ranking entspricht fast dem in Bayern: Die Kohlmeise ist auch bei uns auf Platz 4, die Blaumeise auf Platz 6."
"Der Bayerndritte, der Star, ist dagegen in diesem Jahr im Coburger Land weniger oft gesichtet worden (Rückgang fast um 30 Prozent) und von Platz 3 auf Platz 5 abgerutscht.
Kopf an Kopf liegen im Coburger Land momentan Elster und Grünfink auf Platz 7 beziehungsweise 8, wobei der Grünfink deutlich zugelegt hat und von Rang 12 im vergangenen Jahr wieder in die Top Ten gerutscht ist. Wie in ganz Bayern waren auch bei uns die Sichtungen der Gebäudebrüterarten Mehlschwalbe und Mauersegler rar, was sicherlich mit der kühlen Witterung am Zählwochenende zusammenhängt. Der Rückgang bei der Mehlschwalbe beträgt 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, verbunden mit einem Abrutschen von Platz 7 auf 10. Beim Mauersegler sind die Zahlen noch deutlicher: Bei ihm gibt es 67 Prozent weniger Sichtungen und folglich ein Absturz aus den Top Ten (2022 Rang 8) auf Platz 19."
"Es gibt auch bemerkenswerte Meldungen aus dem Landkreis: Achtmal wurden Haubenlerchen gemeldet, die vom Aussterben bedroht sind und schon lange nicht mehr im Coburger Land brüten. Zweimal wurden Rostgänse gemeldet, die eigentlich keine typischen Gartenvögel sind. Im Stadtgebiet wurden uns jeweils ein seltenes Braunkehlchen und Schwarzkehlchen gesichtet. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern der Zählaktion. Die Meldungen helfen uns, Tendenzen zu erkennen, wie es unseren Gartenvögeln wirklich geht."
Zum LBV Coburg
Im Coburger Land hat der gemeinnützige Naturschutzverband LBV aktuell über 3800 Mitglieder, davon mehr als 100 Mitglieder im aktiven Ehrenamt, die sich nicht nur um die Belange von Vögeln kümmern, sondern um alle bedrohten Tiere und Pflanzen im Landkreis. Die Kreisgruppe Coburg betreut über 250 Fledermauskeller, über 400 Eulennistkästen und rund ein Dutzend Storchenhorste. Außerdem betreibt sie eine Greifvogelauffangstation und eine Fledermausanlaufstelle. Um Menschen für die Natur zu begeistern, ist die Kreisgruppe sehr aktiv in der Umweltbildung und bietet jährlich mehr als 50 Naturveranstaltungen an. Durch eine Vielzahl an Spezialisten ist es der Kreisgruppe Coburg möglich, die Tier- und Pflanzenwelt im Coburger Land zu erforschen und zu fördern. Die Kreisgruppe setzt für ein "Grünes Band" an der ehemaligen Grenze zur DDR, für mehr Wald-Naturschutz und für Änderungen in der Landwirtschaft ein. In den mehr als 20 Arbeitsgruppen, unter anderem Ornithologie, Eulenschutz, Storchenschutz, Fledermäuse, Herpetologie, Biotoppflege, Insekten und Botanik, führt die Gruppe regelmäßig Wanderungen, Kartierungen, Zählungen und Ähnliches durch. Weiterhin werden Nisthilfen gebaut, Vögel gesund gepflegt, Fledermausquartiere inspiziert, Biotope artgerecht gestaltet, "Insektenhotels" errichtet, mit Schulen zusammengearbeitet und es wird Öffentlichkeitsarbeit betrieben. In vier Kindergruppen erforschen auch schon die Kleinen vom Vereinshäuschen aus fleißig die Natur. In einer Hochschulgruppe engagieren sich Studenten für mehr Naturschutz. 1909 gegründet ist der LBV der älteste Naturschutzverband in Bayern und zählt bayernweit aktuell über 110.000 Unterstützer, 265 lokale Gruppen und 17 Umweltbildungseinrichtungen.